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camera

prosthuman

Release 19.2.2021

Fünftes Studioalbum zum 10jährigen Bandbestehen! Passend zu einer Gegenwart, in der sich Realitäten plötzlich tagtäglich wandeln, wird auch die Berliner Combo um Schlagzeuger Michael Drummer nicht müde, sich zu verändern - personell wie musikalisch. "Neue Methoden verändern die Erfahrung, und neue Erfahrungen verändern den Menschen" - dem Prinzip von Karlheinz Stockhausen folgend, überraschen sie hier erneut mit einer weiter gefassten Idee ihrer selbst, ohne dabei die über eine Dekade aufgebaute eigene Note zu verlieren. Dabei verwundert es kaum, dass Camera in manchen Plattenläden bereits ihr eigenes Fach neben Krautrock-Pionieren wie NEU!, Can oder La Düsseldorf belegen. Julian Cope verglich die in den 1960ern und 1970ern losgetretene Krautrock-Bewegung einmal sehr treffend mit "Dr. Whos Zeitmaschine. Man geht durch ein enges Portal und kommt dann in einen gigantischen, dynamischen Raum." Sie haben das in der deutschen Musikgeschichte lange als verschüttet gegoltene Portal zu Beginn der 2010er für sich entdeckt und es, ohne zu fragen, ob sie das dürfen, forsch durchschritten. Wegen ihrer DIY-Konzerte in U-Bahn-Schächten und auf Straßenkreuzungen, damals noch mit Camera-Gründungsmitglied und Gitarrist Franz Bargmann, der heute mit Timm Brockmann das Ambient-Duo Brockmann // Bargmann betreibt und fester Bestandteil der Live-Band von Michael Rother (NEU!, Harmonia) ist, erhielten sie von Außenstehenden die Bezeichnung "Krautrock-Guerilla". Fünf Alben später ist es offensichtlich, dass jedweder Epigonen-Stempel für das Projekt zu kurz greift, zu vereinnahmend bewegt sich Michael Drummers Kollektiv innerhalb des "gigantischen, dynamischen Raums", wobei besagtes Portal mittlerweile weit aufgestoßen scheint und länderübergreifend immer neue Wellen an Krautrock-Inspirierten hereintreten.

emotional detox

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