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die nerven

fake

Die Stuttgarter Post-Punk-Indierocker sind einfach die besten unterm grauen deutschen Wolkenhimmel. All die Nebenprojekte tragen auch ihre Früchte im Sound der Hauptband. Die musikalische Kanalisierung der Artikulation der Unbehaglichkeit wirkt auf dem vierten Album noch souveräner und vielfältiger als auf "Out". Das Potential, Spannung aufzubauen und zu halten, dann abfallen zu lassen und sich immer wieder hoch zu pirschen bis zum Exzess, um dann zu zerfallen, haben sie weiter verfeinert, ohne dass sie am Band-Setup irgendetwas geändert hätten. Schlagzeug, Bass, (atonale) Gitarre und natürlich der großartige Max Rieger als Sänger, der mit seinen Texten die eigene Identität, das Selbst und das Sein ein ums andere Mal zersetzt, zerfetzt und sich neu zusammensetzt. Fake ist das neue Ich. Verweigerung der Selbstfindung und Dagegen-Sein, das Sein im falschen Leben, das Hadern mit sich selbst, die Lügen des Lebens...damit trifft er nicht nur den Nerv junger Hörer. Die textlich philosophischen wie gefühlvollen (Selbst-) Zerfleischungen und Hinterfragungen des Scheins wirken maximal gut vor dem Hintergrund der (anti-)dynamischen, textgerechten musikalischen Umsetzung zwischen postpunkigem Anschlag und unheilvoll-düsteren Riffs selbst auferlegter Verhaltenheit auf dem 4ten Album, das sie tatsächlich live ausgerechnet in der Toskana aufgenommen haben.

live over europe

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