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die sterne

die sterne

Eine weitere erstaunliche Album-Selbstneuerfindung der Hamburger Truppe um Frank Spilker innerhalb einer der ohnehin aussergewöhnlichsten deutschsprachigen Bandkarrieren im Indie-Circuit innerhalb der letzten 30 Jahre. Den musikalischen Palast haben sie in der 11ten Runde mit Hilfe der weitreichenden klassischen Sterne-Vignetten errichtet: ein groovender, funkiger Bass, unruhiges, nach vorne gehendes Schlagzeug, gleissende Orgel, Gitarren zwischen Schrammel und Rock und mitten in den elliptischen Songbewegungen die metaphorischen Texte und zwischen Sprech und Sing wechselnden Texte von Spilker. Das Motorisch-Hypnotisierende des Krautrock spielt hier genauso seine Rolle wie Ausflüge in die Düsseldorfer Schule der 70er mit analog-elektronischen Elementen als Protagonisten, die sich auf raffinierte Weise mit Postrock-Versatz vermählt. Bis hin zu auch Ausflügen in die plüschige Disko. Michael Rother und Stereolab winken immer wieder herüber, aber eben auch mal Disko-Streicher. Songwriter-Folk dient zu Ausnüchterung, hippiesker Indierock zum Menscheln. Spilker´s Texte bieten interpretationsoffene, gewinnbringende Sichtweisen auf das Elend der Gesellschaft, das Wertesystem, den "ausgemergelten" Sozialstaat. Die Popkultur kommt dabei auch nicht zu kurz und Drinks und Liebe und Menschlichkeit steht genauso weit oben wie die Unantastbarkeit der Freiheit des Individuums ("Du musst gar nix").

anfang verpasst – 7CD / 8LP

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