play_circle_outline

grizzly bear

painted ruins

Macht man jetzt so als New Yorker Band: Nach ein paar Alben an der Ostkünste alles stehen und liegen lassen und ans andere Ende des nordamerikanischen Kontinents ziehen. Warum auch nicht? Winter, Hurricans, schlechtgelaunte Taxifahrer – braucht kein Mensch. Im Falle der vier Freunde des stimmig-schiefen Tons, Grizzly Bear, musste man allerdings befürchten, dass ihnen der Umzug nach Kalifornien weniger guttun könnte als etwa den Kollegen David Longstreth alias Dirty Projectors oder auch Kevin Morby. Schließlich lebte die Musik des Quartetts um Sänger Ed Droste und Gitarrist Daniel Rossen stets von der selten mit dauerhaftem Sonnenschein in Verbindung gebrachten Ernsthaftigkeit zwischen Musikstudentenpop und Bootcamp im Kammermusik-Orchester. Antworten gibt es nun auf ihrem fünften Painted Ruins, das am 18. August via RCA erscheint. Es ist nicht nur das erste Album seit der 2012 erschienen Erfolgsplatte Shields, sondern auch Wortmeldung Nummer eins seit dem Umzug. Dass sich auch unter Palmen wenig an der Handschrift der Band geändert hat, zeigte schon die Anfang des Monats veröffentlichte erste Single „Three Rings“, ein Stück wunderbar verqueren Synkopen-Pops, der sich so umständlich zum Höhepunkt steigert, wie es seit Jahren nur Daniel Rossen einzufädeln vermag. Nun schiebt die Band mit „Mourning Sound“ bei SPEX eine zweite Single hinterher, die zeigt, wie gut die Vier eigentlich Songs schreiben können: Jeder Ton steht wie in Stein geschlagen im Raum, der Upbeat klingt nach Spartenhit, ohne zu oberflächlich zu wirken. Erste Antwort also: Um Grizzly Bear muss man sich auch auf dem fünften Album keine Sorgen machen.