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noel gallagher (oasis)

who built the moon

Das geht ja gut los: „Fort Knox“ könnte aus Gallaghers Sessions mit den Chemical Brothers Mitte der 90er stammen, denen die Blockrocker „Setting Sun“ und „Let Forever Be“ entsprungen sind. Ein von dicken Drums Richtung Sonne gepushtes Semi-Instrumental, dessen winzige Lyrics mantra­artig wiederholt werden, SCREAMADELICA-style.

Danach gleich der Hit, der keiner wird, weil Rock’n’Roll nun mal tot ist: „Holy Mountain“, ein „übertrieben“ eingängiger Stomper mit „Ça plane pour moi“-Gesangsmelodie, 70s-Bubblegum-Pop-Sample und den Bläsern von Bryan Ferrys „Let’s Stick Together“, der allen das Herz aufgehen lässt, die gern ­Gary Glitter hören würden, aber wissen, dass das nie mehr geht. Würden nicht mehrheitlich im Leben angekommene Familien­väter zu Gallaghers Konzerten gehen, wäre hier der Teufel los.

Normalerweise müsste sich „The Chief“ nun ins Midtempo zurückziehen, aber nichts da: „Keep On Reaching“ treibt weiter an, „It’s A Beautiful World“ groovt uns über den Regenbogen. Wir wissen nicht, wie viel von dem verworfenen Album Gallagher und Produzent David Holmes mit The Amorphous Androgynous aka The Future Sound Of London für WHO BUILT THE MOON? recycelt haben, aber so hätten wir uns diese Platte in unseren kühnsten Träumen vorgestellt.
Mit 50 Jahren scheint Gallagher sich endlich davon freigestrampelt zu haben, Mitgröl-Pub-Rock für die Stadien schreiben zu müssen. In den 90ern platzte er vor brillanten Songs, viele musste er als B-Seiten verramschen. Die am Ende dieses Albums versteckte Live-Demo von „Dead In The Water“ erinnert an jene Zeit. Vielleicht ist sie jetzt wieder gekommen.

who built the moon – Deluxe-Edition

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