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squid

bright green field

Release 7.5.2021

Ein ambitioniertes, gewaltiges Debutalbum mit einer Push/Pull-Dynamik, die immer wieder Spannung aufbaut und löst. Mit einem taxierten Gleichgewicht aus Kontrolle und exaltierter, gesanglicher Post-Punk-Auflehnung verfolgt das Album eine eigenwillige Linie in eigenem Tempo und basiert durchweg auf einer gut durchdachten, wenngleich komplexen Struktur. Das paßt perfekt in diese Zeit, knüpft eigene Bande und Allianzen und paßt mit seinem Charisma, Geist und Ausdruck zu so unterschiedlichen britischen Bandkollegen wie Black Country, New Road, TV Priest oder Dry Cleaning. Die Intensität des in Bandgemeinschaft entstandenen Squid-Sounds umschifft nicht nur Genregrenzen, sondern transzendiert sie, so dass eine Verlaufskurve unmöglich vorherzusagen ist. Stacheliger Post-Punk trifft auf die Organisiertheit des Math-Rock, atmosphärische Post-Rock-Weiten und wilder Kraut-Jazz geben sich die Klinke in die Hand, auch motorischer Psychedelic-Rock spielt seine Rolle wie natürlich sowieso Noise- und Indie-Rock, aber auch verspielte Parts am Rande zu Jazz mit Bläsereinsatz. Obwohl der Albumtitel eher pastorale Szenerien, also etwas Ruhiges, Ländliches erwarten lässt, handelt es sich dabei genau genommen um eine Finte, typisch für eine Band, die ein Faible für Widersprüchliches und Paradoxien hat. Monolithische Gebäudeklötze aus Beton, dystopische Szenerien aus imaginären Metropolen schwingen in dem mal aufgebracht und disharmonisch, mal vollkommen im Groove und im Fluss agierenden Sound mit reflektiert werden dabei auch die Verwerfungen, die unsere Welt auszeichnen: "Dieses Album entwirft eine imaginäre Stadtszenerie“, sagt Schlagzeuger Oliver Judge, aus dessen Feder die meisten Lyrics stammen. "Die Tracks illustrieren die Orte, Geschehnisse und die Architektur, die diese Stadt ausmachen. Unsere zurückliegenden Projekte waren eher verspielt, und es ging eher um Figuren, während die Musik dieses Mal düsterer klingt und es eben eher um Räumlichkeit geht. Der emotionale Tiefgang der Musik ist dadurch noch größer.“ als Gäste beteiligt waren u.a. Saxofonist Lewis Evans (Black Country, New Road) und Multiinstrumentalistin Emma-Jean Thackray, die einige Arrangements einspielten. Die Musik von Squid ist mal aufgebracht und disharmonisch, mal vollkommen im Groove und im Fluss reflektiert die Verwerfungen, die unsere Welt auszeichnen. Ein ausgelassenes, eindringliches Werk, das die Unsicherheiten der Welt mit einer Neugier und Forscherdrang verbindet und immer wieder neue Richtungen einschlägt