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yo la tengo

there's a riot going on

Obwohl der Albumtitel vermuten lassen könnte, dass es hier lärmig und aufrührerisch zur Sache geht, das genaue Gegenteil, nämlich ein Album wie ein Cocoon, ein eher nach innern gekehrtes Album, das sich vielleicht auch als Audruck von Menschlichkeit versteht und eine Sehnsucht nach Seelen-Frieden transportiert. Mit dem Titel beziehen sich YLT auf Sly & Family Stone, die 1971 unter dem selben Titel ein eher grüblerisches Album veröffentlichten. Das 15te Album wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar und dabei weird und derangiert, es entwickelt seinen Sog über die Ungewöhnlichkeit seiner zur Schau getragenen Intimität, verfolgt seine eigene Idee und steht für sich. YLT sind musikalisch so offen wie selten, sie scheren sich nicht um Zugänglichkeit, sondern weben die Hörerschaft in ihr Netz ein, bedienen sich bei Drones, Spiritual Jazz, Exotica, Psychedelic(-Dub), Hall und Halluzinogenem und Kraut und managen eindrucksvoll verschiedene Flashbacks aus anderen Zeiten, Räumen und Stilen, um innerhalb eines samtig-sanften wie psychedelisch-verspielten Gesamtlooks Emotionalität zu erzeugen, mit wechselndem Gesang und Schichten von Sound innerhalb eines auf die Weite eines imaginären Horizontes blickenden Songwritings. Eine aussergewöhnliche, knisternde Antwort auf die Wut, Verzweiflung und Ungewmütlichkeit unserer Zeit.