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melanie de biasio

lilies

Anfang Oktober wird die belgische Sängerin und Multiinstrumentalistin Melanie De Biasio ihr neues, drittes Album „Lilies“ veröffentlichen. De Biasio, die aus ihrer Liebe zu Nirvana schon mit 15 eine Rockband gründete, hat sich mit ihrem Solowerk im Spannungsfeld zwischen Jazz und Singer/Songwriter-Pop verortet. Sie verbindet die Abenteuerlust einer Jazz-Musikerin mit ihrem eindringlichem Storytelling und ihrer wundervollen Gesangsstimme. Der Vorbote des Albums, ein Song namens „Gold Junkies“, beweist das sehr eindrucksvoll: Hier wird gesungen und gehaucht, gebrummt und gefaucht, während ein unruhiger, hungriger Rhythmus das Lied vorantreibt. Auf „Lilies“ stand laut De Biasio vor allem die Rückbesinnung auf das eigene Können im Mittelpunkt. Sie habe sich auch ein großes Studio und eine große Produktion leisten können, sagte sie kürzlich in einem Interview, aber: „Ich wollte zurück zum Kern meiner Kreativität und nur die einfachsten Werkzeuge verwenden. Ich saß in einem Raum ohne Licht, ohne Tag und ohne Nacht. Es war sehr ungemütlich, aber ich fühlte mich frei.“ Nun ist sie bereit dazu, mit der Ernte dieser Zeit ins Bühnenlicht zu treten und diese Blüte namens „Lilies“ mit ihren Fans zu teilen.

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arcade fire

everything now (day version)

Diese Nachricht lässt die Herzen der Indierockfans höher schlagen: Mit »Everything Now« stellen Arcade Fire 2017 ihr neues, mittlerweile fünftes Studiowerk und den mit Spannung erwarteten Nachfolger von »Reflektor« (2013) vor. Bereits die erste Single, der ohrwurmverdächtige Titeltrack »Everything Now«, zeigt: Die kanadische Band verabschiedet sich weiter vom Sound ihrer Anfangstage und setzt stattdessen wieder auf die Mischung aus experimentellem Indierock und einer gehörigen Portion Pop. Dafür verschlug es Win Butler, Will Butler, Régine Chassagne, Jeremy Gara, Tim Kingsbury und Richard Reed Parry in der Vergangenheit in die Boombox Studios in New Orleans, die Sonovox Studios in Montreal und ins Gang Recording Studio in Paris, wo sie gemeinsam mit Thomas Bangalter (Daft Punk) und Steve Mackey (Pulp) ihr neues Album aufnahmen und produzierten. Außerdem war auch Markus Dravs (Coldplay, Kings Of Leon, Mumford & Sons) wieder als Co-Produzent mit von der Partie. Er saß bereits bei »Neon Bible«, »The Suburbs« und »Reflektor« hinter den Reglern. »Everything Now« ist als CD und als LP erhältlich. Neben der »Day Version« des Covers gibt es zudem eine limitierte »Night«-Verpackung

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weyers

out of our heads

Das Schweizer Duo The Weyers präsentiert am 01. September 2017 ihr drittes Album "Out Of Our Heads". Mit dem gelungenen Mix aus Blues, Britpop-Sensibilität und rauen Gitarrenriffs begeistern Luke & Adi Weyermann genau elf Mal, dann ist leider das Album nach rund 36 Minuten zu Ende. Zum Glück scheint das Album nie langweilig zu werden, so lohnt es sich das gute Stück auch mehrmals durch den CD-Player zu drehen. Das Album erzählt was Menschen bewegt und wie sich gelebtes Leben anfühlt. Tolles Album!

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grizzly bear

painted ruins

Macht man jetzt so als New Yorker Band: Nach ein paar Alben an der Ostkünste alles stehen und liegen lassen und ans andere Ende des nordamerikanischen Kontinents ziehen. Warum auch nicht? Winter, Hurricans, schlechtgelaunte Taxifahrer – braucht kein Mensch. Im Falle der vier Freunde des stimmig-schiefen Tons, Grizzly Bear, musste man allerdings befürchten, dass ihnen der Umzug nach Kalifornien weniger guttun könnte als etwa den Kollegen David Longstreth alias Dirty Projectors oder auch Kevin Morby. Schließlich lebte die Musik des Quartetts um Sänger Ed Droste und Gitarrist Daniel Rossen stets von der selten mit dauerhaftem Sonnenschein in Verbindung gebrachten Ernsthaftigkeit zwischen Musikstudentenpop und Bootcamp im Kammermusik-Orchester. Antworten gibt es nun auf ihrem fünften Painted Ruins, das am 18. August via RCA erscheint. Es ist nicht nur das erste Album seit der 2012 erschienen Erfolgsplatte Shields, sondern auch Wortmeldung Nummer eins seit dem Umzug. Dass sich auch unter Palmen wenig an der Handschrift der Band geändert hat, zeigte schon die Anfang des Monats veröffentlichte erste Single „Three Rings“, ein Stück wunderbar verqueren Synkopen-Pops, der sich so umständlich zum Höhepunkt steigert, wie es seit Jahren nur Daniel Rossen einzufädeln vermag. Nun schiebt die Band mit „Mourning Sound“ bei SPEX eine zweite Single hinterher, die zeigt, wie gut die Vier eigentlich Songs schreiben können: Jeder Ton steht wie in Stein geschlagen im Raum, der Upbeat klingt nach Spartenhit, ohne zu oberflächlich zu wirken. Erste Antwort also: Um Grizzly Bear muss man sich auch auf dem fünften Album keine Sorgen machen.

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ghostpoet

dark days & canapes

Obaro Ejimiwes viertes Album als Ghostpoet klingt, wie schon der Name des Albums vermuten lässt, um einiges düsterer als seine Vorgänger. Produziert hat es Leo Abrahams, bekannt durch seine Arbeit mit Brian Eno und Jon Hopkins. War schon das 2015er Album »Shedding Skin recht gitarrenlastig geraten, geht »Dark Days & Canapes« jetzt durch seinen vollen und organisch klingenden Bandsound konsequent weiter in diese Richtung. Viele Songs entstanden dabei auf experimentelle Art, oftmals auch erst im Studio und fußen zum Teil auf unerwarteten und originellen Ideen: Auf »Freakshow« wurde kurzerhand das Lachen eines Gospelchores, welcher eigentlich bei einem anderen Song zum Einsatzkommen sollte, integriert. Für »Blind As A Bat…« wurden Streicher-Klänge zu einem unstrukturierten Sound überlagert und fragmentiert, um den seelischen Zustand des Protagonisten im Song auch klanglich umsetzen zu können

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dead heavens

whatever witch you are

Einige in Insiderkreisen erlauchte Namen tummeln sich bei DEAD HEAVENS, allen voran QUICKSANDs Walter Schreifels, derweil der Sound des Projekts weniger fürstlich als schmutzig wirkt. “Whatever Witch You Are” ist eine Ansammlung von ohne Hast und Eile “aufgesagten” Zitaten aus den 70ern und einerseits New York (die CGBG’s-Bands), andererseits Kalifornien in Katerstimmung kurz nach dem Sommer der Liebe. Hier treffen Proto-Bluesrock auf Garagenlärm und von Grunge-Wurzeln genährten Psychedelic Pop, ohne dass der Eindruck einer verkrampften Retro-Geschichte entstünden. Die Beteiligten ziehen das Ganze so locker zwanglos auf, als sei es ihnen in die Wiege gelegt worden. Im Ergebnis steht dann eine teils luftige, teils schwül warme Melange aus (irgendwie) The Grateful Dead, MC5 und Hendrix (ohne Gitarreneskapaden wohlgemerkt), falls das Sinn ergibt. Dass die Band keine sofort ins Ohr gehenden Hymnen geschrieben hat, verschmerzt man ohne weiteres in Anbetracht ihrer jeglichen Vintage-Verdacht außen vorlassenden Zeitlosigkeit. FAZIT: File under Psychedelic, Garage Rock and Proto Metal. Angesichts der Güte der Kompositionen von DEAD HEAVENS nehme bitte niemand das Unwort "Hipster-Mucke" in den Mund. Hier wird mit Liebe musiziert, nicht um cool zu sein, denn das ist Schreifels ohnehin längst

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lapalux

ruinism

Im Sommer 2016 wurde auf einem Friedhof in Ostlondon ein Stück Performance-Art namens „Depart“ aufgeführt. Beleuchtet wurde es durch Fackeln, Akrobatinnen hingen an Seilen herab, und am Ende marschierte eine in Schwarz gekleidete Prozession über die schaurige „Bühne“. Der Soundtrack wurde vom Produzenten Lapalux komponiert und stellt das Rohmaterial für dessen neues, packendes Album RUINISM. Zwei Stilmittel dominieren hier: der Einsatz von klaustrophoben, digital manipulierten Synthie-Arpeggios („Reverence“, „Petty Passion“, „Displacer“), und die ausschließlich weiblichen Vocals (u.a. von der New Yorker Techno-DJ Louisahhh und von der klassisch ausgebildeten Sängerin GABI). Lapalux (bürgerlich und unspektakulärer: Stuart Howard) kombiniert vor Verzerrung vibrierende, industrielle Bassdrum-Attacken und maschinelles Stöhnen mit zugänglicheren, technoiden Beats und melancholischen Dubstep-Elementen („Running To Evaporate“). Die Zusammenarbeit mit der Isländerin JFDR erinnert – keine Übertreibung – an die fruchtbare Beziehung, die deren Landsfrau Björk mit dem venezolanischen IDM-Wunderkind Arca entwickelt hat. Ein Album wie ein Geisterhaus, in dem das Fundament digital ist, die Geister aber be(un)ruhigend menschlich.

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dead cross (mike patton)

dead cross

Neues Prog.-HC Projekt feat. Mike Patton (Guitars (Vocals), Dave Lombardo (Drums), Justin Pearson (Locust) und Michael Craine (Locust/Retox). Das geht massiv zur Sache hier und dieser Patton schöpft stimmlich immer noch aus dem Vollsten!

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manchester orchestra

a black mile to the surface

Der Name Manchester Orchestra ist in vielerlei Hinsicht irreführend: Denn die Band ist beileibe kein Orchester, hat weder mit Jazz und Klassik etwas am Hut und kommt mitnichten aus einer englischen Großstadt, sondern aus Atlanta, USA. Wobei es wohl kaum an diesen Missverständnissen liegen kann, dass den Indierockern nie der wirklich große Wurf gelungen ist, wie zum Beispiel den Kollegen von Death Cab For Cutie, mit denen das Quartett gerne in einem Atemzug genannt wird. Konsequentes Konzept Vielleicht liegt es schlicht daran, dass die Herren kein wirklich großes Interesse am großen Musik-Biz-Rummel haben, die verwirklichen sich lieber auf ihren Alben, die vor herrlichen Melodien und Melancholik fast schon triefen. Und dieses Konzept führt das Manchester Orchestra dann im Herbst konsequent mit seinem sechsten Longplayer „A Black Mile To The Surface“ fort

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James vincent mcmorrow

true care

James Vincent McMorrow’s Album „We Move“ ist gefühlt erst gestern erschienen, da wirft der Musiker schon sein nächstes Werk auf den Plattenmarkt. Die vierte LP „True Care“ ist vor allem darum eine Überraschungsei, weil niemand im Voraus offiziell von der Veröffentlichung in Kenntnis gesetzt wurde. Nicht ganz unbeabsichtigt ist diese Verwirrung durch McMorrow selbst inszeniert, denn der Musiker will mit diesem unkonventionellen Schritt nachhaltig ein Statement gegen den Kreislauf der Musikindustrie setzen: „Nimm eine Platte auf. Warte. Veröffentliche eine Platte. Gehe für 18 Monate auf Tour. Mach eine Pause. Ich verstehe diesen Kreislauf wirklich nicht mehr. Ich möchte eine Platte machen, wenn ich es für richtig halte und ich möchte sie veröffentlichen, wenn sie für mich noch genauso frisch ist wie für jeden, der sie dann zum ersten Mal hört“, so der Musiker selbst. WERBUNG Sounds & Books_JVMM_True_Care_CoverJames Vincent McMorrow ist sicher nicht nur in dieser Herangehensweise als einer der Ausnahmetalente der grünen Insel zu bezeichnen. Unvergessen sind Songs wie „We Don’t Eat“, oder die zartbesaitete Neuinterpretation des Klassikers „Higher Love“ von Steve Winwood als Pianoversion. Seine Stimme hat dabei einen hohen Wiedererkennungswert, auch deswegen, weil er einer der Ersten war, der die Kopfstimme in diesem Genre für sich beanspruchte. Seinen Stil prägten zu Beginn seiner Karriere die klassischen Singer-Songwriter-Elemente, bis McMorrow in den zwei Folgealben nach „Early In The Morning“ (2010) breitgefächerter wurde und mit der im September 2016 erschienen LP „We Move“ dann bereits eher mit einem Stilmix aus Jazz, Hip-Hop und Funk überraschte. Der gebürtige Dubliner zeigt damit, dass er sich eben nicht gerne in die berühmten Schubladen pressen lässt und bekräftigt dies mit dem jüngsten Werk „True Care“. Schon die gleichnamige Singleauskopplung erinnert nicht mehr an den Gitarren-Klaviersound der vergangenen Tage. Wer den Künstler bislang nicht kannte, würde die Platte nun eher Kategorien wie Sigur Rós, Múm, When Saints Go Machine oder anderen Experimentalkünstlern norwegischer, dänischer, oder isländischer Gefilde zuordnen. Der Sänger präsentiert sich auf „True Care“ textlich nachdenklich, fein verpackt in Avant-Pop-Arrangements, die den Hörer zum Teil einiges abverlangen. Es ist ein anspruchsvolles Album und wer die eher folklastigen Kompositionen bevorzugt, wird das Album resigniert, vielleicht sogar pikiert zur Seite legen. Wenn man aber offen ist für Künstler, die sich entwickeln (wollen), wird einem auffallen, dass in dem Album immer noch sehr viel Altbekanntes zu finden ist, das James Vincent McMorrow eigentlich nur mit neuen Elementen kombiniert und so re-interpretiert. Hervorzuheben ist in diesem Kontext dann auch vor allem der Song „Bend Your Knees“. Wer den Iren nun als klassischen Singer-Songwriter in Erinnerung behalten möchte, der wird auch auf „True Care“ überraschend neue Impulse für das Genre finden.

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mount kimbie

love what survives

Mount Kimbie kündigen ihr drittes und langerwartetes Album „Love What Survives“ an. Das britische Duo wird vier Jahre nach dem letzten Longplayer das neue Werk im September auf Warp Records veröffentlichen. Die erste Single „Blue Train Lines“ fest. King Keule ist ab sofort erhältlich. Drei Jahre lang haben Dominic Maker und Kai Campos Ideen gesammelt, sie immer wieder um- und weiterzuschreiben, bis sie schließlich etwas komplett Eigenes und Persönliches hervorbrachten. „ Es war am wichtigsten, all das wegzustreichen, was sich zuvor als erfolgreich für uns herausgestellt hatte.“ Mit den beiden Vintage-Synthesizern Korg MS-20 und Korg Delta wurde der größte Teil des Albums produziert.

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midnight ghost train

cypress ave

Abfahrt für THE MIDNIGHT GHOST TRAIN! Röhrender Auspuff, sandige Wüstenstraßen, Staub in der Lunge: Hier kommt ihr viertes Werk 'Cypress Ave.'! Düster-dreckiger Southern Rock, den das impulsive Dreiergespann mit einer deftigen Portion Sludge und Funk abfackelt. Angefeuert aus den heißen Breitengraden des Sonnenblumenstaates Kansas lebt ihr authentisch organischer Sound von kehligem Gesang, tiefsinnigen Texten, melancholischen Melodien und zitternder Riffgewalt. Dröhnende Verstärker durchpflügen die Nackenhaare wie staubtrockene Erde. Highlight: das fruchtig-frische "The Boogie Down" [feat. Sonny Cheeba]. Ehrlich, direkt und mit reichlich Wehmut gespickt. Ein Muss für alle Blues-Fans.

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sevdaliza

ison

Erotisch geladener Elektropop, der mit klassischen Gender-Rollen bricht und den Körper zur Kampfzone erklärt: Die niederländisch-iranische Sängerin Sevdaliza will mit ihrer Kunst den öffentlichen Diskurs verändern. In ihren Songs und Videos, so wie hier, in "Human", bricht Sevdaliza Gender-Rollen und Körperpolitik auf, und setzt sie neu zusammen. Ihr eigener Körper wird dabei zur Projektionsfläche, das ist das entscheidende Thema der niederländisch-iranischen Sängerin. Ihre Mischung aus intim-intensivem Songwriting, Performance und stilisierter Ästhetik erinnert an Björk, FKA Twigs oder den Sci-Fi-Soul von Janelle Monáe. Bei allem Hang zur Konzeption ist Sevdalizas Musik jedoch keine selbstgenügsame Avantgarde. Die meisten ihrer Lieder folgen einer klaren Popstruktur und schulden dem futuristischen Pop ihrer Kolleginnen ebenso viel wie dem Trip-Hop von Portishead. Nach mehreren Singles und EPs hat sie jetzt mit "Ison" ihr Debütalbum veröffentlicht. Sevda Alizadeh entstammt einer Familie von Dichtern und Musikern. Im Alter von vier Jahren flüchtet sie mit ihren Eltern von Teheran nach Rotterdam. Groß wurde sie in den raueren Gegenden der Hafenstadt. "Ich war nicht nur Immigrantin, sondern auch damals schon merkwürdig. Mir war egal, was Leute von mir dachten, aber gleichzeitig war ich sehr einsam", erinnert sie sich im Musikmagazin "Fader". Ihr Außenseiterdasein vertrug sich bestens mit einer Faszination für die Wunderwelt des klassischen Neunzigerjahre-Hip-Hop, in der Rapper sich reihenweise zu Kung-Fu-Kämpfern und Superhelden in glänzenden Anzügen deklarierten. Janet Jacksons "The Velvet Rope" eröffnete ihr den Zugang zu Sexualität im Pop. Ähnlich wie Kendrick Lamars "Damn" ist "Ison" ein kompaktes, engmaschiges Werk zu einer Zeit, in der die Skizze die dominante Form im Pop darstellt. Die Grundstimmung des Albums ist geprägt von langsamen Tempi und einer untertourigen Dramatik. "Ich glaube, ich habe noch nie ein fröhliches Lied gemacht," sagte Sevdalia in einem Arte-Beitrag aus dem letzten Jahr. Zwischen Schwermut und Disziplin bewegt sie sich in einem konstanten Balanceakt. Vertrauen aufzubauen, nicht nur zu ihren Kollaborateuren, sondern zum eigenen kreativen Potenzial, kann eine nervenaufreibende Angelegenheit sein - erst recht für jemanden, der im Ruf steht, wenig dem Zufall zu überlassen. Mit "Ison" ist Sevdaliza ein durchdachtes, stimmiges Werk gelungen, das eigentlich alles richtig macht. Wenn man Kritik an Sevdalizas Kunst-Entwurf üben wollte, könnte man sagen: Fast schon zu perfekt.

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tricky

ununiform

Tricky veröffentlicht sein 13. Album! mit dem Titel “Ununiform” am 22.September 2017 auf seinem eigenen Label False Idols, vertrieben durch !K7 Music. Ein intensives musikalisches Werk, auf dem Tricky zurück zu seinem klassischen Sound findet, ihn aber auch von seiner bislang wohl radikalsten Seite zeigt. Zugleich ist es ein Ausflug in glückliche und zufriedene Gefilde die ihn bei der Konfrontation mit seinem Vermächtnis, seiner Geschichte, seiner Familie, ja sogar mit dem Tod, zeigen. Und bei alldem findet er zugleich dennoch Frieden. Es ist das erste vollständig produzierte Album, seitdem Tricky vor drei Jahren nach Berlin gezogen ist. Obwohl der Großteil von “Ununiform” in seiner neuen Heimat entstand, gibt es auch vier Tracks die sogar noch weiter im Osten aufgenommen wurden, in der Hauptstadt von Russland. “Moskau ist meine weltweite Lieblingsstadt”, sagt er. .” Die vier Tracks wurden im toten Winter von Moskau aufgenommen und beinhalten Kollaborationen mit den berühmtesten und geschätztesten Rappern und Produzenten wie Scriptonite, Vasilly Vakulenko oder Smoky Mo. “Ich höre russischen Rap seit mittlerweile 20 Jahren. Ich liebe diese Akzente und wollte immer schon mal einen russischen Rapper auf meinem Album haben.” Im Geiste dieser Rückkehr in die Vergangenheit gibt es auf “Ununiform” auch ein Wiedersehen mit den früheren Mitstreiterinnen Francesca Belmonte, Asia Argento und Martina Topley-Bird. Doch Tricky ist auch immer noch bemüht, neue Talente zu entdecken. Wie zum Beispiel die Sängerin Terra Lopez (Mitglied der Gruppe Rituals of Mine) die einen Gastauftritt bei “Armor” hat. Oder Mina Rosa, die dem Album Highlight “Running Wild” die Stimme gibt. Und Avalon Lurks die das Cover von Hole’s 1994 Song ‘Doll Parts’ singt. Interessanterweise hat der Effekt seiner neu gefundenen finanziellen Unabhängigkeit und der gesunde Lebensstil bei Tricky dazu geführt, dass er zurück zu seinem klassischen Sound findet – vielleicht die letzte Eroberung für einen so experimentierfreudigen Künstler. “Ich muss nichts mehr beweisen und ich bin fein mit Referenzen zu mir selbst.” Tatsächlich bezeichnet er die Lead-Single “The Only Way” als “Hell is Round The Corner, Part 2”. Vielleicht seine Antwort auf die Welle von Künstlern die sich auf Trickys Sound der 90er-Jahre berufen - von The xx bis zu den innovativen Londoner Rappern Gaika und CASisDEAD. Dann stellt Tricky schließlich noch eine rethorische Frage in den Raum: “Die Leute sagen, das Album klingt nach Tricky… Aber wie klingt das denn bitte genau?” Das Album “Ununiform” ist ein glorioser, wundervoller, extrem persönlicher Versuch, diese Frage zu beantworten.

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war on drugs

a deeper understanding

Ihr exklusiv zum Record Store Day veröffentlichter Song "Thinking Of A Place" bot jüngst bereits einen Vorgeschmack, nun haben The War On Drugs ihr sehnsüchtig erwartetes neues Album angekündigt: "A Deeper Understanding" erscheint am 25. August, ist das vierte Album der in Philadelphia beheimateten Band und folgt auf "Lost In The Dream, das 2014 erschien und so ziemlich jede Jahresend-Bestenliste in Sachen Indie-Musik toppte. Schon heute gibt es nach "Thinking Of A Place" einen weiteren Song vom kommenden Album: "Holding On", das zugleich die erste offizielle Single ist. Vorfreude somit definitiv lanciert!

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national

sleep well beast

Die Melancholiker haben noch für dieses Jahr ihr siebtes Album und eine große Tour angekündigt. Lange haben wir gewartet, um nach dem großartigen Album „Trouble Will Find Me“ neue Musik von The National hören zu können – nun verkündeten die Musiker, dass es bald soweit sein wird: Am heutigen 11. Mai, ganz genau zweihundertundsieben Wochen nach dem Erscheinungsdatum ihrer letzten Platte, gaben die US-Amerikaner nämlich bekannt, dass ihr neues Baby mit dem Titel „Sleep Well Beast“ am 08. September diesen Jahres erscheinen soll. Und nicht nur das – vier Monate vor Veröffentlichung können sich Fans bereits jetzt einen Eindruck verschaffen, wie das neue Album klingen wird, denn die Band enthüllte zeitgleich die erste Single mit dem sperrigen Titel „The System Only Dreams in Total Darkness“.

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mogwai

every country's sun

Die schottischen Postrocker und Soundtüftler Mogwai haben für September ihr neues Album "Every Country's Sun" angekündigt und schicken das verträumte "Coolverine" als ersten Höreindruck voraus.. Bereits im März teilten Mogwai ein Foto aus den Abbey Road Studios und gaben bekannt, dass ein neues Album nahezu fertig aufgenommen sei. Auch die für Oktober angekündigte Welttournee ließ vermuten, dass eine Veröffentlichung noch in diesem Jahr bevorstehe. Nun steht neben dem Titel "Every Country's Sun" der 1. September als Release-Tag fest. Auch eine Deluxe-Edition auf weißem Vinyl inklusive Fotodrucken und unveröffentlichter Demos wird erscheinen. Wie der Nachfolger zum 2014 erschienenen "Rave Tapes" klingt, verrät der Opener und erste Vorabsong "Coolverine". Ein hallendes Vibrato, wird um einen dröhnenenden Bass bereichert, bevor fast zaghaft eine Gitarrenmelodie einsetzt. Nach über zwei Minuten kleiden Mogwai dieses Songgerüst mit flächig anschwellenden Soundscapes aus, bevor die im Soundprozess transformierte Melodie "Coolverine" nach sechs Minuten Soundrausch ausklingen lässt.

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queens of the stone age

villains

Seit ihrem letzten Album ist viel passiert: Nachdem Queens Of The Stone Age über hundert Shows zu … LIKE CLOCKWORK gespielt hatten, ging Josh Homme mit Iggy Pop ins Studio, um dessen Album einzuspielen. Neben den Tracks für das Iggy Pop-Album skizzierte er auch immer wieder neue Queens Of The Stone Age-Songs. Ende 2016 ging Josh endlich wieder mit seiner eigenen Band ins Studio, um das siebte Album der Band aufzunehmen. Produziert wurde VILLAINS von Mark Ronson (ja, der Mark Ronson, den man als Produzent von Amy Winehouse, Paul McCartney, Lady Gaga, Duran Duran und Adele kennt), co-produziert von Mark Ranking und gemixt von Sound-Magier Alan Moulder. Josh schwebte bei den Aufnahmen nichts weniger vor als eine neue Definition ihres Sounds. “Der wichtigste Aspekt war, dass wir unseren Sound neu definieren wollten. Wenn man als Band kein gutes erstes Album macht, sollte man aufhören. Wenn man aber ein großartiges Debüt aufgenommen hat und sich danach nicht weiterentwickelt, verkommt man zu einer Parodie von sich selbst. Deshalb war es uns wichtig herauszufinden, wie wir aktuell klingen.” “Ein schwerer, dunkler, wundervoller Traum” Dabei wurde Mark Ronson zu dem fehlenden Puzzleteilchen, welches das in sich geschlossene Ökosystem der Queens Of The Stone Age kreativ aufmischen sollte. Ronson beschreibt die Arbeit an VILLAINS so: “Seit ich damals im Jahr 2000 RATED R gekauft hatte, sind Queens Of The Stone Age meine absolute Lieblings-Rock’n’Roll-Band.

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wolf alice

visions of a life

Die britische Rockband Wolf Alice um Sängerin Ellie Roswell veröffentlicht am 29. September 2017 ihr neues Album „Visions Of A Life“. Vorab gibt es die Single „Yuk Foo“ zu hören. Im Herbst sind Wolf Alice auf Tour. Wolf Alice gelten unbestritten als einer der spannendsten und vielversprechendsten Indie-Acts der vergangenen Jahre. Ihr Debütalbum „My Love Is Cool“ von 2015, das in den UK-Charts auf Platz #2 einstieg und mit Gold ausgezeichnet wurde, bescherte der Band Nominierungen beim Mercury Prize, Ivor Novello Awards, Brit Awards als auch den Grammy Awards. Mit „Visions Of A Life“ veröffentlicht die Londoner Band Ende September ihr zweites Album über Dirty Hit/Caroline. Den ersten Schatten daraus wirft die erste Single „Yuk Foo“, die gestern als Annie Mac’s ‚Hottest Record in the World‘ bei BBC Radio1 Premiere feierte. Produziert wurde „Visions Of A Life“ von Justin Meldal-Johnsen. “You bore me, you bore me to death. Deplore me? No i don’t give a shit“, singt Ellie Roswell auf der ersten Single „Yuk Foo“. Die Sängerin dazu: “Being sick and fed up of certain expectations… for me a lot of it is about being a young woman. Even the shit, everyday wolf-whistle thing. As I get older, I feel like ‘Why have I always put up with that?’ When I sing that kind of song, it’s everything that I want to do when that happens.”

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sparks

hippopotanus

Das Werk ist von den Sparks selbst produziert und wurde in Los Angeles aufgenommen. Das Bruderpaar Ron Mael (Keyboards) und Russell Mael (Gesang) ist unter dem namen Sparks seit 1971 musikalisch aktiv. Ihre ausgefeilten, oft tragisch-komischen Texte, der sympatisch-schräge Blick auf die Popkultur, ihr zuweilen theatralisches Auftreten und nicht zuletzt Russell Maels Falsett-Gesang sind längst ihr Markenzeichen. Zu ihren großen Hits gehören “This Town Ain’t Big Enough for Both of Us" und “The Number One Song in Heaven”; letzterer entstand Ende der 70er Jahre in Zusammenarbeit mit Giorgio Moroder. “When Do I Get To Sing My Way” von dem Album “Gratuitous Sax & Senseless Violins” war 1994 der meistgespielte Song im deutschen Radio. Der elegante Techno-Pop dieses Albums konnte vor allem in Europa viele Fans gewinnen. Mit ihren jüngsten Werken “Lil’ Beethoven” (2002), “Hello Young Lovers” (2006) und “Exotic Creatures of the Deep” (2008) verfeinerten sie ihre musikalische Rezeptur nochmals und kombinierten cleveren Electro-Pop mit komplexen orchestralen Arrangements. Diese Entwicklung schreibt “Hippopotamus” fort, spart dabei keinesfalls an wundervollen Melodien.

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waxahatchee

out in the storm

Das 4te ist das textlich bislang persönlichste Album von Katie Crutchfield, eingespielt mit einigen ihrer musizierenden Freundinnen (u.a. Katie Harkin von Sleateer Kinney an der Gitarre) und von John Agnello aufgenommen. Dabei bewegt sie sich musikalisch in Bereichen des befreit und eigentlich eher sorgenfrei klingenden US-Alternative-Lad-Rock, in denen in den 90ern Alanis Morissette unterwegs war. Es ist v.a. ein emotionaler, melodiöser Schrammel-Collegerocksound amerikanischer Prägung, der weite Teile des Albums bestimmt, die Gitarren bäumen sich immer wieder zu großen Wänden auf. Ein paar Sidekicks zu Indie-Country und klassischen amerikanischen Spielarten inklusive. Katie´s Stimme ist das eindringlichste Instrument des dank der Gitarren sehr voll klingenden Albums, das sich textlich mit Frausein und ihren Fehlern und Scheitern auseinandersetzt. "A running theme on the album is accepting your own imperfections that you've been trying really hard to hide" sagt Crutchfield

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francobollo

long live life

Die schwedischen Band Francobollo ist der Beweis, dass Indie noch lange nicht tot ist. Mit nur einer EP hat sich die Band zum Geheimtipp der Szene gemausert. Am 20. November kommen Francobollo für ihre erste Show in der Schweiz, in die Hafenkneipe Zürich.

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EMA (Indie)

exile in the outer ring

Nach dem Erfolg von "Past Life Martyred Saints" (2011) und dem prophetischen "The Future's Void" (2014) meldet sich EMA aka Erika M. Anderson mit ihrem neuen Album "Exile In The Outer Ring" zurück. Ein beängstigendes Portrait einer Welt, so real abgründig, wie sie sich kein Stephen King hätte ausdenken können. Für ihr neues Album verliess EMA ihre gerade noch so bezahlbare rumpelige Kellerwohnung und suchte in den Ruinen des liberalen Kapitalismus, fernab von Craft Beer, Food Blogs und Comfort Zone Portlandia, nach Antworten auf die größte soziale Frage ihrer Generation. Ihr Album steckt voller Wut aber auch Empathie für den mittleren Westen, dem "Heartland" der USA, ihrer Heimat. Dort, wo Armut, Drogen und Hoffnungslosigkeit ganze Landstriche im Griff haben und von wo aus sich ein Gebräu aus Rassismus, Hass und Gewalt einen Weg bis hin in die US-Regierung bahnte.

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unkle

the road: pt 1

2xCD-Version mit 36-Seiten Booklet im oversized Softpack mit Prägedruck. CD 2 enthält exklusive Instrumentalversionen jedes Stücks. James Lavelle gründete UNKLE 1994 gemeinsam mit Tim Goldsworthy (Produzent, Remixer, Mitbegründern von DFA Records) gehörte. Lavelle ist zudem Betrieber des legendären Trip Hop / Headz Labels Mo' Wax. Später begann Lavelle mit Josh Davis alias DJ Shadow als UNKLE zusammenzuarbeiten. 1998 erschien das erste Album "Psyence Fiction", das mit Gastsängern wie Rapper Kool G Rap, Thom Yorke (Radiohead), Richard Ashcroft (The Verve), Mike D (Beastie Boys) und Badly Drawn Boy aufgenommen wurde. Die MusikWoche bezeichnete das "unheilschwangere Streicherharmonien", "schleppende Rhythmen", treibende Gitarrenläufe und "einschmeichelnde, melancholische Melodien" aufweisende Album als "Triprock". Mit der Single "Rabbit in Your Headlights" und dem Videoclip dazu gelang ein Welthit. Das fünfte Studioalbum "The Road" zeigt UNKLE weiter als weniger elektronische als instrumentenbasierte Liveband. Gäste sind Primal Screams Andrew Innes, Folkrocker Keaton Henson, The Duke Spirits Liela Moss, der Queens of the Stone Age-Drummer Jon Theodore und der Beck-Drummer Justin Stanley. Lavelle: "I hadn't made a record in a long time, and the incarnation of UNKLE had changed in that now, it was me on my own. For that reason, I wanted to make a record that I hadn't been able to before, going back to the roots of where I came from, with a foot in modern London"."

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amplifier

trippin with dr faustus

Amplifier kehren mit ihrem sechsten Album zurück! Das Werk mit dem Titel "Trippin' with Dr. Faustus", zwischen 2014 - 2016 in Form gebracht, liefert massive Riffs mit lyrischen Elementen die über Raum und Zeit hinaus gehen. Die Story von Faust ist im 21 Jahrhunder wieder mehr als relevant. Das Album wurde in Manchester, England im Studio der Band aufgenommen. Produziert von Sänger Sel Balamir der sich auch wieder für das traditionelle Amplifier packaging und das Artwork verantwortlich zeichnet. TWDF wurde vom spanischen Mixer/Produzenten Iago Lorenzo in Vigo, Spanien abgemischt und von Robin Schmidt im 24:96 Studio in Karlsruhe gemastert. Jedes Amplifier Album hat seinen eigenen Sound. Im krassen Gegensatz zum 2014er "Mystoria" lässt sich die Story von TWDF Zeit und verrät seine Geheimnisse nicht sofort. "Each child is a child of circumstance" fasst Sel zusammen. Die Entstehung der Idee zu TWDF ist eingebettet im Herzen des Songs "Silvio" der eigentlich für das 2011er Album "The Octopus" geschrieben wurde, es dann aber nicht aufs Album geschafft hat. "...it didn't really fit in with the Album's universal themes." Aber die Ideen aus Silvio verharrten und erhielten bald ihren eigenen Kosmos. "Who doesn't want to make a record about our relationship with The Devil?" The ultimate baddy..." Der Song behandelte nämlich sehr spezifisch die Story von Faust, jedoch mit der umgewandelten Referenz an den italienischen faustischen Politiker Berlusconi und wurde so zur Vorlage für den Rest des Albums.

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shabazz palaces

quazarz: born on a gangster star

Limitiertes farbiges Vinyl! Über jeden Zweifel an Originalität erhabenes Kollektiv aus Seattle mit seinem 3ten Album, dessen Story in ein extraterrestrisches Science-Fiction-Abenteuer um die vom Planeten Amuderca stammende Fantasy-Alien-Figur Quabarz eingebettet ist. Genauso abgedreht wie die gerappten Geschichten aus fernen Galaxien die musikalische Umsetzung zwischen weird-psychedelischen Exotica-Soundlandschaften, die Fortsetzung erscheint parallel

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broken social scene

hug of thunder

Broken Social Scene sind zurück! Ganze sieben Jahre sind vergangen seit dem letzten, 2010 erschienenen Album „Forgiveness Rock Record“. In der Zwischenzeit veröffentlichte Mit-Frontmann Kevin Drew sein Soloalbum „Darlings“ und ließ uns im Interview wissen, dass die Zukunft von Broken Social Scene eher ungewiss ist. Aber dann ist ja offensichtlich, zum Glück, nochmal alles gut gegangen. Das neue Album wird den eindrucksvollen Titel „Hug Of Thunder“ tragen und am 7. Juli auf City Slang/Arts & Craft erscheinen. Mit dabei sein wird auch Feist, die gerade selbst mit ihrem Album „Pleasure“ eine ganz besondere Rückkehr ins Musikgeschäft hinlegte. Aber es werden auch noch andere langjährige Broken Social Scene Weggefährten mit dabei sein, wie Emily Haines und Stars Bandmitglieder Amy Millan und Evan Cranley. Und noch viele, viele mehr. Und wenn das alles so vielversprechend wird wie die erste Single „Halfway Home“, die Broken Social Scene Ende März zum ersten Mal bei Stephen Colbert live präsentieren, dann donnert’s uns jetzt schon mächtig im Zwerchfell.

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public service broadcasting

every valley

Progressive Rock ist paradoxerweise das exakte Gegenteil von progressiver, also tatsächlich in ästhetischer Hinsicht voranschreitender Musik. Womöglich ist schon die Idee albern, es könnte in künstlerischer Hinsicht überhaupt so etwas wie einen Fortschritt geben. Davon erzählt auch „Progress“, die erste Single von EVERY VALLEY. Nach der Eroberung des Weltraums und der medialen Revolution wendet sich das Duo darauf konzeptionell dem Verfall der walisischen Kohlereviere zu. An Bord sind diesmal James Dean Bradfield von den Manic Street Preachers, ­Tracyanne Campbell von Camera Obscura und Haiku Salut. Das neue Personal sorgt dafür, dass die elektronisch-ambienten Klangflächen früherer Tage erdigeren Songstrukturen gewichen sind. Neben klassischen Instrumenten und gelegentlichem Gesang spielt aber noch immer die menschliche Stimme die erste Geige, eingespielt vom Tonband, aus dem Fernsehen oder Radio. Bisweilen klingt das wie ein gemeinsames Projekt von Pink Floyd und The Police, gleichzeitig sphärisch und krautrockig vor sich hinpulsierend. Die politische Botschaft liegt in der melancholischen Grundstimmung. Wenn Progressive Rock, dann so.

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this is the kit

moonshine freeze

This Is The Kit ist das musikalische Projekt mit der einzigartigen Songwriterin Kate Stables wird inzwischen verehrt von niemand geringerem als Guy Garvey, The National und Sharon van Etten. Das neue Album „Moonshine Freeze“ ist definitiv jenes ihrer Werke, das am meisten fesselnd und vollendet ist. Aufgenommen in Geoff Barrows Invada Studios in Bristol featuret das Album auf sechs Tracks auch Aaron Dessner von The National. Stables hatte die Lyrics für das Album bereits vor der Zeit im Studio geschrieben, hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine Vorstellung davon, wie leidenschaftlich die Songs klingen sollen, also hat sie sich voll auf den Aufnahmeprozess und den Input ihrer Band und des Produzenten John Parish eingelassen. „Ich kann nur die Songs schreiben und dann wieder einen Schritt zurücktreten und mir ansehen, welche Themen und Muster auftauchen. Diese versuche ich sichtbar zu machen, damit es ein kohärentes Werk wird im Hinblick auf den Sound und die Emotionen“, sagt sie. „Moonshine Freeze“ ist ein verführerischer Mix aus feiner musikalischen Raffinesse und doch harmlos. Stables Stimme tut ihr Übriges!

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americans

i'll be yours

The Americans zählen zu den heißesten Indie- und Americana-Newcomern in den Staaten. Zu ihren Fans gehören T Bone Burnett, Jack White sowie Kultautor und Musikjournalist Greil Marcus. The Americans stehen für eine Mischung aus Country und Blues, garniert mit einer feurigen Note Rock’n’Roll. Vereint durch ihre Begeisterung für amerikanische Roots-Musik, verbrachten die drei Jungs Jahre damit, sich durch alte Aufnahmen und unbekannte Aufzeichnungen zu hören sowie sich selbst Banjo, Geige und Mandoline beizubringen. Frontmann Patrick Ferris sagt dazu: “We were suspicious of modern rock music. I think we were all curious whether we could summon the spirit of old blues and country through what we’d learned firsthand, and create something brand new, leaving behind the nostalgia and musical aesthetics.” Fans von The Gaslight Anthem, Jack White und Bruce Springsteen sollten das Debütalbum der Americans nicht verpassen!

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faber

sei ein faber im wind

„Sei ein Faber im Wind“ VÖ: 07.07.2017 | Universal Faber ist keiner, der über das Leben singen würde, ohne überhaupt gelebt zu haben. Das macht sein Debüt-Album „Sei ein Faber im Wind“ so wertvoll. Der als Jimmy Ragusa vor 23 Jahren geborene Musiker und Songschreiber ist italienischer Abstammung, wuchs aber in Zürich auf. Ungefähr mit 15 beginnt er eigene Songs zu schreiben. Die erste EP finanziert er noch mit Crowdfunding, ein Jahr später folgt bereits eine zweite. Für das nun erscheinende Album „Sei ein Faber im Wind“ begibt er sich schließlich mit dem Produzenten Tim Tautorat in die legendären Berliner Hansa Studios. Auf dem Resultat dieser Aufnahmen „Sei ein Faber im Wind“ geht es immer um absolut alles und irgendwie auch um nichts, weil manchmal ja alles so herrlich egal sein kann. Wir hören Posaunen und Gitarren und Geigen und ein Klavier und vor allem hören wir diese Stimme. Faber singt seine Lieder mit einem gewaltigen Furor und maximaler Hingabe. Er ist gerade einmal 23, klingt und schreibt aber wie ein 50-Jähriger – und die jungen Alten sind natürlich die besten Alten, die wir haben. „Sei ein Faber im Wind“ erscheint am 07.07.2017 bei Universal.

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beach house

b-sides & rarities

Unter dem Titel “B-Sides And Rarities” erscheint eine liebevolle Zusammenfassung des bisherigen Schaffens von Beach House – inklusive bisher unveröffentlichter Tracks. Die Idee zu diesem Album kam Victoria Legrand und Alex Scally als sie feststellten, dass es eine Vielzahl an Songs gibt, die es nie auf eines der sechs Studio-Alben der Band geschafft haben. In den meisten Fällen lag das einfach an dem Konzept der verschiedenen Werke. Der älteste Song in dieser Sammlung, “Rain in Numbers”, stammt aus dem Jahr 2005, als die Band gegründet wurde. Andere Songs wurden auf Tour geschrieben oder während verschiedener Sessions aufgenommen. Mit “Chariot” und “Baseball Diamond” finden sich zwei Songs auf dem Album, die bisher unveröffentlicht sind und während der Aufnahmen zu “Depression Cherry” sowie “Thank Your Lucky Stars” entstanden sind.

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kane strang

two hearts and no brain

Die Vorlesung »Neuseeländischer Indie-Rock I: Der Dunedin-Sound und sein nachhaltiger Einfluss« hielt ich schon vor einigen Monaten an gleicher Stelle in einer Besprechung des Debüts der tollen Fazerdaze. Kane Strang schlägt nun in die gleiche Kerbe. Sein Gitarren-Pop ist eher straight als schräg, der Klang rau und verzerrt. Aber: Der Mann hat Melodien, die direkt aus den sich überschlagenden Teenage-Fantasien darüber, wie das Leben so sein wird, gefallen sein könnten: die Liebe, das Verstoßen – das erinnert an Wavves oder Mikal Cronin, also an genau jene kalifornische Garage-Surf-Schule, die ihre Inspiration aus der Szene der neuseeländischen Stadt Dunedin in den 1980ern zog, der Heimatstadt Strangs. Sein zweites Album ist voller potenzieller Ohrwürmer, mit »Two Hearts And No Brain« ist es aber nicht korrekt betitelt, denn clever ist der Sound obendrein. Allenfalls ist es auf der vollen Länge etwas zu eintönig, sodass die als Singles brillanten Tracks ein wenig zu arg ineinander verschwimmen. Aber das tun, wenn es Sommer ist, ja selbst die schönsten Erinnerungen.

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offa rex

queen of hearts

Die US-Indierock-Band The Decemberists und Singer-Songwriterin Olivia Chaney aus England haben sich für ein gemeinsames Projekt zusammengetan: Als Offa Rex veröffentlichen sie am 14. Juli das Album "The Queen of Hearts", auf dem sie traditionelle Folk-Musik von den britischen Inseln, Songs aus dem 17.-19. Jahrhundert erkunden, die in den späten 1950er-Jahren von UK-Künstlern zu neuem Leben erweckt wurden, oft mit einem psychedelischen Twist, und in den späten 60ern und 70ern ein erneutes Revival erlebten. Offa Rex – benannt nach einem sagenumwobenen britischen König des 18. Jahrhunderts – ist besonders für Colin Meloy die Erfüllung eines großen Herzenswunsches. Der Decemberists-Frontmann war, wie so viele, von Chaneys Debütalbum "The Longest River" bei Nonesuch (2015) verzaubert gewesen, ein Album, das traditionelle Songs, klassische Stücke und selbstgeschriebene Kompositionen enthielt, "eine hinreißende, imposante Kreation", wie The Guardian urteilte, The Independent nannte das Album eine "bahnbrechende Veröffentlichung“ und die New York Times beobachtete: "Egal ob sie alte Songs singt oder ihre eigenen, Ms. Chaney bricht sie auf und verwandelt sie in ekstatische, unmittelbare Dramen, die den Hörern Anlass liefern, jeder Formulierung und Wortbiegung gebannt zu folgen." So auch Colin Meloy: "Jeder versucht, diesen alten Folk-Songs beim Arrangieren und Interpretieren einen neuen oder modernen Spin zu geben. Ich fand, dass Olivia es auf eine Weise tat, die sich so organisch und nah am Quellmaterial anfühlte und dabei doch zugleich komplett ihr Eigenes war". Spontan teilte er seine Begeisterung in Form eines Fan-Posts über Twitter und tat kund, ein Jahr später fanden sich die Künstler im Studio von Tucker Martine in Portland wieder, Stammproduzent der Decemberists und u.a. durch seine Arbeiten für Laura Veirs, My Morning Jacket, Modest Mouse bekannt. Bei den Aufnahmen orientierten sich Offa Rex am mitreißenden Live-im-Studio-Ansatz der Folk-Revival-Bands, zudem wurden sämtliche Aufnahmen auf analogen Tonbändern eingespielt.

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deslondes

hurry home

Sowohl das Songwriting als auch die Lead Vocals teilen sich die fünf Bandmitglieder Sam Doores, Riley Downing, Dan Cutler, John James Tourville und Cameron Snyder. Im vergangenen Winter trafen sich The Deslondes im New West Records Studio- und Proberaum in Athens und arbeiteten fünf Tage lang an neuen Songs und Arrangements. Mit 20 neuen Songs luden sie ihren langjährigen Produzenten und Engineer Andrija Tokic (Alabama Shakes, Benjamin Booker) nach New Orleans ein, um weiter an den Stücken zu arbeiten. "Es ist ein passender Titel für dieses Album, denn unser Leben und unser Songwriting drehen sich um das Verlassen und Zurückkehren, oder um die Suche nach einem zu Hause, “ sagte die Band. "Und zu Hause kann ein physischer Ort, eine Beziehung oder eine Zustand sein." Aufnahmen von den frühen Sessions, darunter "Just In Love", "Muddy Water" und "Better Be Lonely" tragen die Spuren eines heißen Sommers in New Orleans. Nach mehreren Sessions zurück in Tokic’s Studio in Nashville beendeten The Deslondes im Herbst 2016 mit den Songs "Nelly" und dem Gospelbeeinflussten Titeltrack die Arbeit am Album. "Hurry Home" ist der Nachfolger des selbstbetitelten Debüt für das New West Records. Benannt nach der Straße in der Holy Cross Nachbarschaft von New Orleans, wo die Band sich zum ersten Mal traf. Seitdem und seit Doores und Cutler Hurray For The Riff Raff verlassen haben, ist die Band fast ununterbrochen auf Tour.

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j bernardt (balzhazar)

running days

In einem Land, dass Technotronic hervorgebracht hat oder Stromae, also eurodancigen Ballermann-HipHop ebenso wie intellektuellen New-Beat-Rap ist beim Sprechgesang nahezu alles möglich und nichts. J. Bernardt hat sich für fast alles, also sehr, sehr viel mehr als nichts entschieden. Vom flandrischen Gent aus hat er es als Leadsänger der Indierockband Balthazar unterm nom de guerre Jinte Deprez zunächst mal mit härteren Klängen versucht, die auch schon sehr elaboriert klingen. Jetzt sattelt er um auf Rapper und zeigt mit seinem Debütalbum, dass das absolut die richtige Wahl ist. Running Days erfindet zwar wenig neu, aber es hinterlässt doch einen bleibenden Eindruck. Sein Flow nämlich ist von so eleganter Schnodderigkeit, als würde der frühe LL Cool J auf Dipset umschulen und sich dafür ein paar der fantastischen Mixer leihen, die Bernardts brillanter Landsmann Stromae für seinen feingliedrigen Electronica-Rap verwendet. Dabei ist es keinesfalls die Stimme des modeltauglichen Hipsterbartträgers allein, mit der sein Neustart glänzt. Fantastische Samples – mal in The Question eine stilisierte Sitar, mal in Wicked Streets gequälte Bläser – unterspülen die Gelassenheit des Gesangs mit großer Vielfalt zu einem breiten Strom schöner Arrangements, die Lust machen aufs nächste Projekt von J. Bernardt. Muss gar nicht HipHop sein. Darf aber gern

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tyler the creator (odd future)

flower boy

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lana del rey

lust for life

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kenny wayne shepherd

lay it on down

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little barrie

death express

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avey tare (animal collective)

eucalyptus

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laucan

frames per second

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James vincent mcmorrow

true care

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manchester orchestra

a black mile to the surface

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sheer mag

need to feel your love

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dead heavens

whatever witch you are

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madchild (swollen members)

darkest hour

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guts

stop the violence

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DEAD HEAVENS

basic cable

Neue Band um Walter Schreifels (u.a. ex-Quicksand) Hier treffen Proto-Bluesrock auf Garagenlärm und von Grunge-Wurzeln genährten Psychedelic Pop, ohne dass der Eindruck einer verkrampften Retro-Geschichte entstünden. Die Beteiligten ziehen das Ganze so locker zwanglos auf, als sei es ihnen in die Wiege gelegt worden. Im Ergebnis steht dann eine teils luftige, teils schwül warme Melange aus (irgendwie) The Grateful Dead, MC5 und Hendrix (ohne Gitarreneskapaden wohlgemerkt), falls das Sinn ergibt.

melanie de biasio

lilies

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david gilmour

live at pompeii – 2CD / 4LP

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liam gallagher (oasis)

as you were

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wanda

niente

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oscar & the wolf

infinity

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dead cross (mike patton)

dead cross

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george thorogood

party of one

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ghostpoet

dark days & canapes

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van morrison

roll with the punches

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mogwai

every country's sun

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tricky

ununiform

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war on drugs

a deeper understanding

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