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Freitag, 21.12.2018 - 19.30 uhr

Instore-Gig mit Martin Dahanukar new Quartet

Jazz voller Melos erfüllt die Nacht. Die Band um den Trompeter Martin Dahanukar spielt rare Classics sowie Originals mit traumhaftem Touch. Für erdigen Drive sorgen der Perkussionist Willy Kotoun und der Kontrabassist Philipp Moll. Und am Piano verleiht Michael Haudenschild der Musik lyrische Weiten und Raum für die mysteriös-spannungsvollen Trompetenklänge. Die poetischen Tonbilder erinnern an Stills aus der Nouvelle Vague.

Martin Dahanukar, trumpet
Michael Haudenschild, fender rhodes
Philipp Moll, double-bass
Willy Kotoun, percussion

Eintritt Kollekte, Barbetrieb

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twilight sad

it won't be like this all the time

Vielleicht der große Wurf für die Schotten, die hier unterstreichen, warum sie nicht nur eine der Lieblingsbands von Robert Smith (The Cure) sind, sondern das Zeug zum Genrekracher haben. Das 5te Album ist von einem dunklen Gewitterhimmel überdacht, weil die Gitarren freigeistige Eskapaden zwischen Shoegazerrock und dräuendem Post-Punk mit stoisch polterndem New Wave-Bass auf dem Rücken nach vorne drückenden Schlagzeugs unternehmen. Für Lichtblitze sorgen die Synthies, die aus dem Hintergrund mit Melodiesprengsel wie Sternenstaub sorgen. Die Songs changieren zwischen cineastischer Weite und beengten Momenten, ausgestattet mit einer so noch nicht gekannten Tiefe und Dringlichkeit. Gewaltige Songszenarien, dynamische Umsetzungen. Es ist das bislang rauheste, druckvollste Album der Schotten, deren Sänger James Graham mit seinem schottisch gefärbten Gesang und charismatischer Stimme dem Album die Krone aufsetzt.

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balthazar

fever

Nachdem die Balthazar-Frontmänner Jinte Deprez und Maarten Devoldere sich in einer dreijährigen Bandpause ihren beiden Solo-Projekte J. Bernardt und Warhaus gewidmet haben und damit durchaus erfolgreich waren, erscheint mit „Fever“ endlich wieder ein Lebenszeichen der belgischen Band. Und das klingt eindeutig geschliffener als die Vorgängerwerke.

Es beginnt mit einer wiederholten Baseline, zu der sich nach und nach erst rauschende, dann flimmernde Synthies mischen. Nach einem kurzen Intro mündet der Sound in ein klares, repetitives Popkonstrukt, dem eine Vielschichtigkeit zugrunde liegt, die in der Form wohl nur von Balthazar stammen kann. Die Fusion der unterschiedlichen Schichten und Genreeinflüssen, die Balthazar im Indie-Kosmos einzigartig macht, bleibt als Stilmerkmal der mittlerweile zur dreiköpfigen Band geschrumpften Gruppe Balthazar genauso wie der Einsatz von Streichern und Percussion weiterhin präsent. Die Weiterentwicklung der Musiker innerhalb ihrer Soloprojekten und vor allem die über eine Annäherung hinausgehende Hinwendung zur Popmusik von Jinte Deprez alias J. Bernardt ist der neuen Balthazar-Single deutlich anzuhören.

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fidlar

almost free

Fidlar haben ihr neues Album "Almost Free" angekündigt. Mit dem Nachfolger zum 2015 erschienenen "Too" wollen die Kalifornier ihren Punksound erweitern. Die neue Single und Hintergrundinfos zur Platte geben erste Hinweise darauf..
"Can't You See" klingt nicht nach dem widerborstigen Grunge-Punk, mit dem Fidlar auf ihrem Debüt von 2013 und dem Nachfolger "Too" herumrotzen, sondern nach lässigem Psych- und Bluesrock mit R&B-artiger Hook. Das neue Album "Almost Free" entstand in Zusammenarbeit mit Produzent Ricky Reed, der eigentlich eher für großangelegte Pop-Produktionen bekannt ist, darunter Songs und Alben von Jason Derulo, Maroon 5 und Kesha.

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frittenbude

rote sonne

Frittenbude sind eine Band, die mit ihrer lebenslustigen Rebellion seit nunmehr 13 Jahren gegen die Erkenntnis ankämpft, dass das Leben nicht immer schön ist und dennoch zelebriert gehört. Widersprüchlich und immer fragend, süchtig nach Leben und der Sucht an sich, einvernehmlich unzufrieden mit den herrschenden Zuständen und dennoch latent glücklich. Das neue Album gibt die angesprochenen Widersprüche der Band perfekt wider: Mal kryptisch, mal plakativ ziehen sich die Texte von Sänger Johannes durch das stimmige aber experimentierfreudige Soundbild von Martin und Jakob. Wut trifft auf Liebe, Sucht auf Klarheit und Aggression auf Lässigkeit. Denn zu wissen, dass man kämpfen muss, führt nicht automatisch zu Bitterkeit. Selten hat man dieses Lebensgefühl so deutlich gespürt wie auf diesem Album.

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mercury rev

bobbie gentry´s the delta sweete revisited

Neu eingespieltes Cover-Album des 1968 erschienenen Debut-Albums "The Delta Sweete" des Mississippi-Sängers Bobbie Gentry. Für die Umsetzung dieser Herzensangelegenheit engagierte die Band aus Buffalo, NY eine eindrucksvolle Sängerinnen-Riege. Zu den mit knarzigem Bass, Gitarre, Klavier, Percussion und orchestralen Zutaten barock instrumentierten und mit anspruchsvollem Schmalz bestrichenen Songs sind die Stimmen von u.a. Laetitia Sadier, Margo Price, Marissa Nadler, Beth Orton, Hope Sandoval, Vashty Bunyan mit Kaela Sinclair, Norah Jones, Susanne Sundfor, Phoebe Bridgers oder Lucinda Williams zu hören, die den Hit "Ode to Billie Joe" interpretiert.

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dagobert

welt ohne zeit

Um die Liebe geht es dieses Mal nicht etwa auch, nein, sondern in jedem einzelnen Song. Denn Dagobert hat die vielfach unterschätzte oder auch häufig mit Naivität verwechselte Fähigkeit, den Kosmos zweier Menschen in ein paar wenigen Worten zu beschreiben. Und zwar so, dass es entweder emporhebt oder richtig wehtut. "Welt ohne Zeit" handelt von zehn Beziehungen, und dieses Mal, das unterscheidet sie von den Songs der ersten beiden Alben, sind es keine Sehnsuchtsgebilde; sie haben alle stattgefunden, Dagobert hat sie erlebt. Manche sind bittersüß, andere todtraurig, und wieder andere lakonisch. Für "Welt ohne Zeit" hat Dagobert sich komplett dem jungen Musiker und Produzenten Konrad Betcher anvertraut. Zusammen mit Dagoberts langjährigem Live-Gitarristen Max Zahl verschanzten sie sich in einem einsam gelegenen Haus an einem See irgendwo in Brandenburg und schliffen die musikalischen Einfälle von Dagobert zu etwas, das tatsächlich aus einer Welt ohne Zeit zu stammen scheint; ein Konzeptalbum, wie es das eben heute eigentlich längst nicht mehr gibt. "Welt ohne Zeit" klingt bei all dem immer noch so schwelgerisch schön, wie man es von Dagobert gewohnt ist. Es ist aber ein bisschen fassbarer als die beiden Alben davor, stimmig und selbstbewusst, mit Liedern, die sehr aufeinander bezogen sind und trotz gemeinsamer Grundidee unabhängig voneinander schweben. Das vielleicht beste daran: Dagobert klingt kein bisschen mehr so, als würde er sich schon bald wieder auf die Rückreise machen.

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rival sons

feral roots

Was für ein Auftakt für das Rockjahr 2019: Rival Sons präsentieren im Januar ihr brandneues Album »Feral Roots«, den mit Spannung erwarteten Nachfolger von »Hollow Bones« aus dem Jahr 2016.
Der Name ist Programm, denn die Band kehrt auf dem Album zurück zu ihren Wurzeln und klingt so wild und ungezähmt wie eh und je.
Das zeigen bereits die ersten beiden Auskopplungen »Do Your Worst« und »Back In The Woods«, die einmal mehr modernen Bluesrock und riffgeladenen Hardrock miteinander verschmelzen lassen. Insgesamt warten elf Songs auf der Platte.
Aufgenommen haben Rival Sons »Feral Roots« in den berühmten RCA Studio in Nashville und im Muscle Shoals Sound Studio in Alabama. An den Reglern saß wieder einmal Grammy-Gewinner Dave Cobb. Auch beim Artwork des neuen Albums setze die Band wieder auf einen alten Bekannten: den zeitgenössischen Künstler Martin Wittfooth.

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dendemann

da nich für

Mit Eins Zwo, "Die Pfütze des Eisbergs" und seinen Auftritten im "Neo Magazin Royale" hat er Rap-Geschichte geschrieben. Nun erscheint das dritte Soloalbum: Auf "da nich für!" führt der Rapper Dendemann alle Stränge seiner Karriere konsequent zusammen. Dendemann ist so politisch, wach und auf den Punkt wie noch nie. Namhafte Produzenten wie The Krauts, KitschKrieg, I.L.L.Will, Dexter, Reaf & Torky Tork sowie hochkarätige Featuregäste wie Trettmann, Casper, Beginner und Beatsteaks Frontmann Teutilla machen "da nich für!" zu einem Fest für wahre Hip Hop Fans und zum wichtigsten Rap-Album 2018, das Anfang 2019 erscheint!

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beirut

gallipoli

Das 5te Album überrascht in gewisser Hinsicht, weil es wieder mehr von der gesamt-europäischen Ursprünglichkeit und leidenden Balkan-Melancholie durchzogen ist, die v.a. die ersten beiden Beirut-Alben ausmachte. Neben den jeden Song mit bestimmenden Bläserfanfaren ist es v.a. auch der Einsatz der von Zach Condon wiederentdeckten Farfisa-Orgel, der den Soundlook hier wesentlich mit bestimmt. Condon´s Stimme harmoniert ideal mit den schwebenden Tragekonstruktionen der Bläser, deren Wirkung oft auch orchestral durch v.a. Streicher verstärkt wird. Für zusätzliche Exotik sorgen unterschiedliche Percussion, ungewöhnliche Instrumente und bei dem immer wieder gekonnt übereinander gelegten choralen Backgroundgesang ein in die Tiefe gehender und in die Weite blickender Gestus, beio de sich die Seele zusammenzieht. Nach Song-Skizzen in New York entstand das Album in seiner derzeitigen Heimat Berlin und in den Sudestudios im ländlich-süditalienischen Apulien, was die Album-Stimmung beflügelt haben dürfte

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ry x (acid)

unfurl

Es ist die Kraft der leise intensiven, leidenschaftlichen Töne, mit der der in Australien geborene und in Los Angeles lebende Sänger das Publikum in seinen Bann zieht. Nach dem Erfolg seiner minimalistischen EP „Berlin“ und weltweit ausverkauften Konzerten, erschien 2016 sein Debütalbum „Dawn“, das über Monate in den Bergen nördlich von LA – er selbst nennt es eine Art „Winterschlaf“ – entstanden war. Es präsentierte eine packende Studie eines Mannes, der zugleich beeindruckt und in voller Kontrolle über seine elementaren Emotionen war.

Nun erweitert RY X seine Vision mit seinem zweiten Album „Unfurl“. Zwischen sanften Beats, schmeichelnden Gitarren, ausgewogenem Piano und Gesang macht „Unfurl“ genau das, was sein Titel verspricht: Es entwickelt sich organisch aus Rys früheren Arbeiten, erblüht in zarten, neuen Richtungen und bleibt fest verankert mit seinen Wurzeln: „The inspirations change each time, and I always want to allow that process to be free, to draw on new ideas and sounds and instrumentation. But what feels consistently important to me is keeping a sense of rawness and honesty in the work.“

Nach monatelangem Touren hatte er eine genaue Vorstellung von seinem zweiten Album: „I grew up very simply and I think I always want to come back to that“, erklärt er. Er ging nach Hause in den Topanga Canyon, um die Songs, die er auf Tour geschrieben hatte, weiter zu entwickeln. Wie der Albumtitel „Unfurl“ vermuten lässt, entfalten sich die Tracks mit einem ganz eigenen Tempo in der Nähe vom Meer, der Familie und seinen Freunden. Um ihre subtile Kraft zu bewahren, wurden die meisten Songs live in einem alten Studio in East LA mit analogem Equipment aufgenommen. Dort genoss Ry die Gelegenheit „to walk barefoot and sandy from home straight into a sacred little space and create“.

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yann tiersen

all

Das neue Album ist das erste, das im neuem Studio (gleichzeitig auch Venue und Gemeindezentrum (!)) The Eskal aufgenommen wurde, das er in einer verlassenen Diskothek auf der Insel Ouessant, einer kleinen Insel im keltischen Meer, seiner Heimat seit 10 Jahren, aufgebaut hat. Das von Gareth Jones gemischte und koproduzierte Album setzt jene Themen fort, die Tiersen bereits auf EUSA, seinem letzten Album, umgetrieben hatten, erweitert aber den Radius um Field Recordings, die außerhalb Ouessants aufgenommen wurden, nicht zuletzt etwa aus den Redwoods in Kalifornien und Aufnahmen vom ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin (auf Tempelhof") - und um Gastsänger*innen wie Anna von Hausswolff, Ólavur Jákupsson oder Denez. Elegische Songs, ideal, um bei dunkel-dramatischem Wolkenhimmel den Blick aufs Meer zu geniessen, vielfältig mit Band und Orchesterinstrumenten eingespielt und versehen mit leichten elektronischen Grundierungen. Ergreifendes Werk voller Weite und Melancholie.

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panda bear (animal collective)

buoys

Auf dem 6ten Album kollaboriert Noah Lennox mit dem Portugiesen Rusty Santos als Co-Mixer und Co-Produzent. Dass das Album in Lennox´ Wahlheimat Lissabon entstanden ist, hört man dem Album an, denn die akustische, jazz-folkige Gitarre spielt eine präsente, wenn auch untergeordnete, aber doch prägende Rolle und Lennox steigt darauf ein und vergrößert sein musikalisches Universum. Der akustischere Zugang wird vom Einsatz von Samples und analogen Unterwasser-Synth-Sounds zurecht gerückt, gipfelt immer wieder in klasse Songs, in denen Experiment und Sample-Pop ungeahnte Allianzen eingehen und Echos der Vergangenheit mit dem Glanz der Zukunft überziehen. Weitere Kollaborateure des Animal Collective-MItglieds sind die chilenische Sängerin und DJ Lizz und der portugiesische Dino De Santiago.

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annenmaykantereit

schlagschatten – 2LP+CD

Zwei Jahre sind vergangen, seit die Kölner AnnenMayKantereit sich mit Songs wie "Oft gefragt", "Barfuß am Klavier" und "Pocahontas" erst von der Straße in die Kellerclubs und dann von den Kellerclubs in die richtig großen Hallen katapultierten. Jetzt melden sie sich mit ihrem neuen Song "Marie" aus dem am 07.12. erscheinenden zweiten Album, "Schlagschatten" zurück. Andere würden den Zwang verspüren, sich neu zu erfinden. AnnenMayKantereit wissen längst, was sie wollen. Haben sich lange genug aufeinander eingegroovt. Und deswegen ist das erste Lebenszeichen seit ihrem Debüt "Alles Nix Konkretes" - das Lied "Marie" - auch schlicht und ergreifend das, was die Band schon immer am besten konnte: Ein höchstemotionales Stück Musik mit einem griffigen, unverstellten Text, vorgetragen von einer Stimme, die es so kein zweites Mal gibt. "Ich bin hier und alleine." Vielleicht ist das alles eine kleine Spur kaputter als noch vor zwei Jahren. AnnenMayKantereit sind ein bisschen älter geworden, die Augenringe eher größer als kleiner, die Zeilen eher dunkler als heller. "Aber die ist ja ehhh nen Abgrund; wir fallen, ich glaube mir gefällts." Lebenserfahrung nennt man das gemeinhin. Und echte Künstler erkennt man daran, dass sie besser werden im Laufe der Jahre, reifer. Die Gitarre flirrt wunderbar. Der Wechselbass setzt erst spät ein. Die Band könnte noch immer gut auf einer Veranda sitzen, im Garten brennt ein Lagerfeuer, junge Menschen sitzen drumherum, Menschen, die sich lange nicht gesehen haben, aber wissen, dass sie füreinander da sind, jetzt gerade und auch noch in zwanzig Jahren. Klar, kannst du jetzt fragen: Marie? Wer ist das? Und was hat das mit mir zu tun? Wenn du mal verliebt warst, hör dir das an.

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jeff tweedy (wilco)

warm

Neues Album des Wilco-Frontmannes, in den mittlerweile legendären The Loft Studios in Chicago aufgenommen. Hilfe bekam Jeff dabei von den schon bekannten Weggefährten Glenn Kotche und Tom Schick sowie von seinem Sohn Spencer Tweedy.

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amigo the devil

everything is fine

Sollte aus einem vollen Raum der harmonische, angesäuselte Gesang von Strophen wie „Ich hoffe dein Ehemann stirbt“ erklingen, dann ist man wohlmöglich in einen Auftritt der „Amigo The Devil“ gestolpert. Aber keine Sorge! Die Jungs von Amigo The Devil und deren Fangemeinschaft hegen keinesfalls böswillige Gedanken! Wenn man Amigo The Devil aus der Entfernung sehen mag, könnte man zwar von den ganzen Tattoos eingeschüchtert werden, betrachtet man die Tattoos jedoch aus der Nähe, wird man schnell feststellen, dass die Jungs alles andere als gefährlich sind. Viele Tätowierungen sind Spaß: Da wäre zum Beispiel ein Gott mit einem iPod, der Bier trinkt; oder Bienen an den Knien; und traurige Dinosaurier mit einer Sprechblase, in der drin steht „Gott glaubt nicht an uns.“

Amigo The Devil machen eine besondere Mischung von Musik aus Traditional Folk, Country Music und Rock/ Metal. Obwohl die Jungs nur mit ihren Stimmen und einem Banjo/Akustik Gitarre bewaffnet sind, werden Musikfans in unglaubliche Musikabende mitgerissen. Der Sänger Danny Kiranos schreibt und singt über Massenmörder, Pyromanen, Selbstmörder oder Lügner und seine eigenen Weltuntergangsfantasien.

Die LA Weekly schrieb einmal treffend: „Rufen sie sich den schwärzesten Johnny Cash ins Gedächtnis und dazu Father John Misty, während er Gräber auf dem Hollywood Forever Cemetry exhuminiert.“.Das Markenzeichen von Amigo The Devil sind makabre Mitsing-Teile, eine gute Portion Humor und Songs, die tief in der Tradition des gesungenen Geschichtenerzählens verwurzelt sind.

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jon spencer

spencer sings the hits

Der Undergroundrocker aus NYC, der den Blues zum Explodieren bringt, der ehemalige "swank-fucking master of Pussy Galore", Mister Jon Spencer, der die Klampfe schwingt bei Boss Hog, der Band mit Ehefrau Kristina und bei Heavy Trash den Outlaw gibt, mit 12 Songs unter seinem eigenen Namen, die das Serum darstellen, die Amerika in Schutt und Asche legen könnten. Spencer´s Solo-Debutalbum bietet einen für die Revolution kalibrierten Molotov-Cocktail, der mit verhexendem Rhythm & Blues, subversiven Dance-Grooves, Sci-fi-Kreischen und industrieller Attitüde aufwartet, um die post-moderne Müdigkeit aus den Gliedern zu katapultuieren. Pulsierende Energie und jede Menge aufregende Momente sind garantiert dank Spencer´s unwiderstehliche ätzenden Distortion-Garage-Blues-Gitarren und seinem überdrehten, die Kehle zum Äussersten treibenden Gesang. This is Garage Punk for Now People!

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manillio

plus minus

Endlich ist es offiziell: Das nächste Manillio-Album steht in den Startlöchern. Am 30. November releast der Solothurner «Plus Minus».
Seit einer gefühlten Ewigkeit wird ein neues Album von Manillio angeteasert, heute ist das Wunschdenken zur Realität geworden. Ende November veröffentlicht der Solothurner das Projekt «Plus Minus», ab heute ist bereits ein Song verfügbar. «Psst!», die erste Single, legt die Messlatte ziemlich hoch – aber vom EFM-Member war dies auch nicht anders zu erwarten. Über einen synthiegeladenen Trap-Beat verpackt Manillio eine eindeutige Message, bleibt dabei textlich und raptechnisch gewohnt auf sehr hohem Level.

Man darf sich bei «Plus Minus» aber nicht nur auf Manillios Parts, sondern definitiv auch auf die Features von COBEE, Lo & Leduc und Greis sowie auf die Produktionen von Sir Jai und den Jugglerz freuen. Der Hype ist real – nicht nur für seine Hardcore-Fans, sondern für die gesamte Schweizrap-Szene.

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lord kesseli & the drums

melodies of immortality

Ein Spaziergang im Park ist «Melodies of Immortality» nicht: Der Zweitling des exzentrisch-unberechenbaren Duos Lord Kesseli & The Drums ist nicht minder weihrauchschwanger als das Debüt, und auch er birgt höllische Höhen- und himmlische Tiefflüge. Acht Tracks erzählen von Wechselwirkungen bei Experiment und Chemielaborantin, Roboter und Mensch, Patient und Therapie. Die Welt ist ein Kabinett voller Absurditäten, und Lord Kesseli & The Drums verpacken sie in Melodien, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen – bloss, um es im nächsten Augenblick mit einer solchen Kraft durch den Körper zu jagen, dass der Amazonas vor Neid erblassen würde. Wenn er denn könnte.

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melker

roc – Vinyl-Release

Seit 2016 ist Mani Porno als Melker unterwegs. Mit einem Schulterzucken erzählt er über die Absurditäten und Tragödien des Lebens. Seine Lieder erwischen dich auf dem falschen Fuss, berühren dein Herz oder schlagen dir mitten ins Gesicht. Die Band unterstreicht diesen Kontrast: melancholisch-wavige Melodien treffen auf treibende elektronische Beats und zuweilen schwere dubbige Soundteppiche. Das Ganze steht unter dem Stern: Egal, was das Leben alles bringt, lass uns darauf tanzen.

2016 erschien Melkers Lied „Was weiss i“ auf der Mani Matter Compilation „So blibt no sys lied“ (Zytglogge). Im Februar 2017 folgte dann das Debutalbum „2-10“ (Warmer Brothers Recordings/Equipe Music) und die Band startete eine Tour durch die deutsch-sprachige Schweiz. Die Songs „Chaut Wi Is“, „Was weiss ig“ und „Hermrige“ hatten Radio-Airplay bei SRF3, SRF2, Virus, Neo und Rabe.

Nun erscheint am 23.11.18 das zweite Album namens „Roc“ mit abendlicher Plattentaufe im ISC Bern.

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planet b

planet b

Der Punk-Provokateur Justin Pearson, Gründer des Underground-Punk-Labels Three One G (und MItglied bei Bands wie Swing Kids, The Locust, Retox und Dead Cross) zusammen mit dem Hiphop-Produzenten Luke Henshaw als wildes und ziemlich durchgeknalltes Crossover-Kommando, das mit einer lauten Mischung aus Industrial-Hip Hop-Beats, knackigem FX-Bass und dissonant-apokalyptischen eingesetzten noisy electronic Sounds. Es braucht keine Gitarren, um Aggressivität und Pissed-Off-Sein zu kanalisieren, manchmal erinnert das Album vom Ansatz her an die besten Momente der Liars mit seinen mäandrierend schwappenden Sounds, tribal und doomy Beat-Parts und flirrenden Synth-Sounds im Verzerrungsbad, manchmal klingen sie, als ob Dälek einen mit Ministry auf Electric Hardcore machen würden. Für Fans von Ho99o9 oder Death Grips und der Inkarnationen von Pearson. Gastauftritte von Kool Keith, Martin Atkins (Ministry, Killing Joke), Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs), Sonny Kay (Year Future, The VSS), u.a

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art brut

wham! bang! pow! - let's rock out

Sofort in der Spur sind die mittlerweile in Berlin lebenden Art Brut beim los preschenden, angepunkten "Hooray!". Tight und vielseitig tönt das nach 7 Jahren erscheinende 5te Album. Eddie Argos führt brilliant mit Wortwitz, Charisma und bildhaftem Stimm-Ausdruck durch ein abgehackt groovende Brit-Indie-Rocker mit auch Bläsersätzen und coolem Offbeat-Punk-Appeal und hat auch clappig garnierte Glamour-Schrammelrocker, aber auch poetischer angelegte Songs mit auch mal leicht melancholischer Umgebung, aber auch dissonanten Gitarren am Start. Die Berliner Umgebung hinterlässt Spuren in Gestalt charmant verarbeiteter deutscher Zitate wie in "Good Morning Berlin", bei "Schwarzfahrer" oder "Kultfigur".

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jacco gardner

somnium

Der immer noch junge Spiritus Rector der europäischen Psychszene geht bei seinem 3.Album neue Wege, ist es doch sein ambitioniertes und progressivstes Werk so far. Ein Konzeptalbum über den Schlaf, das lose auf dem Buch von Johannes Kepler anno 1608 basiert. Gardner kleidet diese Vorgabe in traumwandlerische Somnabulität in rein instrumentaler Ausführung. Die 12 ineinander übergehenden Tracks sind als persönliche Hommage an Pioniere wie Bo Hansson, Vangelis, Cluster, Tangerine Dream und Eno gestaltet. Der analogen Elektronik wurde mehr Raum eingeräumt und er transzendiert seinen Trademark-Sound offensiv gen Krautrock, was einen unwiderstehlichen hypnotischen Sog entwickelt.

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the good the bad & the queen (damon albarn)

merrie land

Zweites Album der legendären Supergroup The Good, The Bad & The Queen mit Damon Albarn (Blur, Gorillaz), Paul Simonon (The Clash), Tony Allen und Simon Tong, die 2007 ihr Debutalbum veröffentlichten. Das Album ist eine Art Abschiedsbrief und wurde geschrieben in einer Zeit, in der sich Großbritannien auf seinen endgültigen Austritt aus der EU vorbereitet. Damon Albarn kündigte ja schon an, das Land verlassen zu wollen, wenn der Brexit real wird. Entsprechend enthält es eine Reihe von Beobachtungen und Überlegungen zur "Britishness" in 2018. Ein wunderschönes und hoffnungsvolles Plädoyer für das heutige Großbritannien - ein offenes Großbritannien - und die vielfältigen Möglichkeiten der Zukunft jenseits von London. Ein Großbritannien, das derzeit in einer großen Krise steckt und sich fragt, was jetzt noch gerettet werden kann. Kaum eine Band kann die allgegenwärtige Stimmung aus Optimismus, Desorientierung und Bestürzung perfekter entwirren. Mit dem Album schafft die Band eine kreative Symbiose aus Vergangenheit und Zukunft, die sich von einer gemeinsamen schillernden Musikgeschichte inspirieren lässt und die hybriden Ergebnisse in ein brillantes postmodernes, aber durch und durch britisches Gewand kleidet. Produziert von Tony Visconti.

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esben & the witch

nowhere

Seit ihrem Debüt hat die Band ihren Sound mit meisterlicher Subtilität weiterentwickelt. Ihre verträumten, langatmigen Psych-Pop-Songs wurden von einer schleichenden Dunkelheit durchdrungen, eine Spannung, die fast unmöglich zu fassen ist. Auf ihrem vorherigen Album "Older Terrors" waren Doom Metal und Shoegaze eine Liaison eingegangen und mit "Nowhere" haben sie ein noch düsteres aber auch gleichzeitig schöneres Album geschrieben. Fast jeder Track führt ein neues Element in den Sound der Band ein, auch wenn es sich nur um subtile Folk-, Shoegaze- oder Doom-Einflüsse handelt. Verträumte Gitarren-Arpeggios schweben in und aus dem Fokus, getragen von einem exzellenten Drum- und Bass-Sound, der den Gitarren und Sängerin Rachel Davies Raum lässt. Zwar beschreitet die Band nicht zwangsläufig Neuland, doch ist Evolution oftmals die bessere Wahl als Revolution für Acts, die bereits einen etablierten Sound haben.

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smashing pumpkins

shiny and oh so bright vol. 1

Die Smashing Pumpkins werden am 16. November ihr bereits wiederholt angedeutetes neues Album veröffentlichen. Der gewohnt sperrige und bedeutungsschwangere Titel "Shiny And Oh So Bright, Vol. 1 / LP: No Past. No Future. No Sun" weist dabei bereits auf einen angedachten Nachfolger hin. Die Platte wurde von Rick Rubin in dessen Shangri La Studios in Malibu, Kalifornien aufgenommen und enthält die bereits bekannte Tracklist mit acht Songs..

Es ist das erste Album seit 18 Jahren, auf dem Frontmann Billy Corgan zusammen mit den beiden Gründungsmitgliedern James Iha und Jimmy Chamberlin spielt. Eine Beteiligung der ursprünglichen Bassistin D'arcy Wretzky war offenbar angedacht, Corgan war von der Idee aber anscheinend wieder abgerückt, woraufhin ihn Wretzky in einem Interview öffentlich attackierte. Zur Band gehört seit der Rückkehr der Pumpkins 2007 außerdem Gitarrist Jeff Schroeder.

Mit "Silvery Sometimes (Ghosts)" steht bereits ein weiterer Track des Albums inklusive Lyric-Video online. Der Song zeigt sich von Beginn an als erhabener, melancholisch-triumphaler, milder Pop-Rocker, mit dem Corgan eine Art beschwingteres und poppigeres "1979" geschaffen hat. Zuvor war bereits die deutlich rockigere Single "Solara" erschienen, zu der es später auch ein rätselhaftes Video zu sehen gab.

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unhold

here is the blood

Die Schweizer Formation Unhold ist zurück mit einem neuen Album. Kompromisslos, direkt, tief und mit kritischen Gedanken vereinen Unhold Harmonien, schwere Riffs und neue Stimm-Elemente zu energischen und kräftigen acht Songs. Das neue Werk ist dichter, verwobener und dehnt Grenzen von Schwere und Ambiente weiter aus hin zu der Unhold eigenen, atmosphärischen Urkraft.

Das Album wurde von Andrew Schneider in New York gemischt und gemastert. Das Resultat der akribischen und täglichen Arbeit mit der Band spricht für sich. Schneider’s Erfahrung und Fertigkeiten aus der Arbeit mit Bands wie Unsane, Cave In, Julie Christmas, Ken Mode, Keelhaul, Shrinebuilder u.a. schimmern durchwegs durch die acht Songs.

Das tagtägliche Leben besteht nicht nur aus grauen Abstufungen von Dunkelheit. Unhold brechen auf um musikalisch und stimmlich eine breitere, vielfältigere Welt zu ergründen und auszudrücken. Ein Ausdruck der nötiger ist denn je, angesichts der klinischen, kalten und gesichtslosen Gewalt welche an unseren Augen vorbeizieht.

Die Sichtbarkeit von Blut zeugt von dieser durch Gewalt verursachten Schmerzen obwohl die Gegenwart alles daran setzt, die Beweise zu verwischen. Wir werden mit Konsequenzen konfrontiert welche von bösen Mächten und Mechanismen unserer Gesellschaft verursacht werden und sind dazu verdammt die Rolle des Akteurs und Zuschauers zugleich einzunehmen. Ein wiederkehrendes Thema auf dem ganzen Album ist das Bedürfnis diese fehlenden Beweise sichtbar und fassbar zu machen. Etwas, das zu verstehen und in Worte zu fassen dermassen viel Schmerzen verursacht – «Where is the blood?».

Wir halten Blut für ein Sinnbild des Guten und Schlechten, Überleben und Leiden, Geschick und Verdammnis. Der ultimative Verlust und die ultimative Opfergabe.

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rio wolta

no more intimate music – Vinyl-Release

Donnerstag, 13.12.2018 ab 19.00 Uhr im Hause Peppers: Instore-Gig mit Rio Wolta und Legendary Lightness (Solo-Show)

Mit «No More Intimate Music» veröffentlicht Rio Wolta ein Album zwischen Ruhe und Sturm, zwischen Introversion und Extraversion. Die Intensität ist herzergreifend, zeitweise schmerzvoll und im Vergleich zum Debüt «Swing For The Nation» (2015) einen Tick düsterer.

Grundsätzlich macht der 30-jährige Musiker dort weiter, wo das Debütalbum von Rio Wolta aufgehört hat - allerdings wird das Wechselspiel zwischen Brachialität und Romantik nun aber auf die Spitze getrieben: "No more Intimate music" inszeniert das Auf und Ab, das Hin-und-Hergerissen-Sein zwischen Verzweiflung und Zuversicht, den Tanz zwischen Wut und Euphorie. Laute Gitarrenhymnen zerfallen in sinnliche Balladen, mehrstimmige Chöre singen sich in Trance. Zeitweise angepeitscht von zwei Schlagzeugern, dann wieder in absoluter Stille. Verstärkt wird dieses Pendeln von ständig mutierenden Liedstrukturen. Jeder Song ist anders aufgebaut und dauert so lange bis alles gesagt ist. Im Fall von "Intro" sind das acht Minuten. Die Platte erhält dadurch einen unvorhersehbaren Charakter und hält bis zum Schluss Überraschungen bereit.

Aufgenommen hat Rio Wolta sein zweites Album zusammen mit Helge van Dyk (Patent Ochsner u.a.) und Daniel Hobi (The Legendary Lightness) in Frankreich und in der Schweiz. Begleitet bei den Aufnahmen hat ihn diesmal, anders als bei Debüt, seine Band bestehend aus Fabian Eichin (Gitarre, Synth), Sereina Maria Elmer (Gesang), Patrick Wallimann (Bass) Patrik Schmid und Mario Kummer (beide Schlagzeug).



"No more Intimate Music" ist gleichzeitig der Titel von drei Live-Abenden in der Gessnerallee Zürich. Im Dachstock des ehemaligen Pferdestalls erprobt Rio Wolta zusammen mit seiner Band, quasi als Plattentaufe, eine Alternative zum klassischen Frontalkonzert. Lieder werden in Fragmente zerlegt, wiederholt, gesteigert. Sechs Musiker spielen in verschiedenen Räumen, drei Stunden ohne Anfang und Ende. Das Publikum kommt und geht wie es möchte.

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j mascis (dinosaur jr / Sweet apple)

elastic days

Drittes Soloalbum von Tante Mascis für Sub Pop! Wie die Vorgänger-Solo-Alben wurde auch "Elastic Days" in J Mascis´ eigenem Studio aufgenommen. Mascis hat das Album (fast) alleine aufgenommen, Ken Miauri spielt zusätzliche Keyboards und es gibt einige Gaststimmen. Dazu gehören u.a. die alten Freunde Pall Jenkins (Black Heart Procession) und Mark Mulcahy (Miracle Legion, etc.) sowie Zoë Randell (Luluc). Das Album bleibt aber eine One-Man Show! Basierend auf akustischen und dezent elektrischen Gitarren gehen die Melodien direkt in Mark und Bein - das Album ist voll von großen Momenten: Etwa die Neo-Power-Ballade "Web So Dense" bis hin zu einem jazzigen West Coasty-Postpsych ("Give It Off") oder das vom Keyboard-Ansatz an Scott Thurston-Ära Stooges erinnernde "Drop Me". Sehr vielseitig und doch ganz klar 100 Prozent Mascis!

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muse

simulation theory – Deluxe-Edition

Utopie statt Dystopie: Auf ihrem neuen Album tauschen ­­Muse die grimmig-­totalitären Szenarien der letzten Werke gegen 80er-Jahre-­Soundtrack-Ästhetik und fast spielerische Stilvielfalt ein. Es werde Neonlicht. Matt Bellamy setzt die VR-­Brille auf und erkennt die Chancen im vermeintlichen Schrecken des digitalen Zeitalters. Das monolithische Dräuen von „Drones“ (2015) weicht helleren Liedern und einer hörbaren Lust, sich auszuprobieren.


„Algorithm“ ist Epilog mit zeitgemäß aufgearbeiteten Videospiele-Sounds, „Pressure“ Popmusik mit Glam-­Gitarre, das Falsett im Refrain bereitet das folgende „Propaganda“ vor, eine Art Prince-Hommage, der Timbaland (einer von diversen Gastproduzenten) ein wenig US-R&B verpasst. R&B treibt auch das mit orientalischer Melodie drapierte „Break It To Me“. Wie weit das weg ist vom kondensierten Triosound, den Mutt ­Lange für „Drones“ inszenierte! „Some­thing Human“ gerät zu fast süßlichem Akustikgitarren-Pop mit Eighties-­Synths von einem, der zu lange auf Tour war und seine Liebste vermisst.

„Dig Down“ ist Cyborg-­Gospel, „Get Up And Fight“ flirtet mit Dance, doch die Klänge sind fast nostalgisch, bis die Breitwand­gitarren das Lied wieder nach Hause holen. Hier und an anderer Stelle singt Bellamy von Liebesweh, doch persönlich soll es nicht werden – Muse verstehen „Simulation Theory“ als ­Score zu einem fiktiven Videospiel mit Geschichte, vielleicht ein bisschen wie der Scifi-Klassiker „Tron“ von 1982 – in den neuen Videos braust Bellamy durch eine künstliche Landschaft. Es geht also doch wieder gegen ein System und für die Freiheit.

Die neue Freude an Synthies, Beats und Stilvielfalt passt sich freilich in die hier angestammten Sounds ein. Überdrehte Gitarren, Akkorddrama, Rock-Punch, Queen-Chöre, Brian-May-­Soli, Glam-Riffs – auch 2018 spielen sie ­ihre Musik mit Großbuchstaben. Bestes Beispiel dafür ist der Auftakt, „The Dark Side“, ein ganz typisches Lied. Gitarren-Arpeggio, opernhafte Gesangslinie, Megachorus: So geht ­Muse.

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charles bradley

black velvet

Am 5. November wäre Charles Bradley 70 geworden. Das ungewöhnliche Soultalent kämpfte mit einer kurzen, aber schweren Krebskrankheit, der er am 23. September vergangenen Jahres erlag.

Nun versammeln seine beiden Labels Daptone und Dunham Records eine Kollektion aus zehn unveröffentlichten Liedern des „Screaming Eagle of Soul“, die der Künstler bei den Sessions aller seiner drei Alben aufgenommen hatte. „Black Velvet“, eine Anspielung auf Bradleys früheren Künstlernamen, beinhaltet neben verschollenen Songs zudem Cover von Nirvanas „Stay Away“, Neil Youngs „Heart of Gold“ sowie eine Version der Single „I’ll Slip Away“ vom Singer-Songwriter Rodriguez.

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boygenius (phoebe bridgers, lucy dacus, julien baker)

boygenius – Vinyl-Ep

Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus: Die drei Künstlerinnen sind bekannt für ihre schlichten Rock-Arrangements und tiefgehenden Texte. Unter dem Namen boygenius teilen sie fortan ihre ähnliche Vorliebe für Musik.

Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus haben mit boygenius eine gemeinsame Band gegründet. Die Idee zu dem Projekt kam dem Trio, nachdem sie für zusammen für eine US-Tour gebucht wurden. Durch Aufeinandertreffen auf Festivals, dem Austausch via Mail und der gegenseitigen Anerkennung für ihr musikalisches Schaffen war sich das Trio allerdings längst nicht mehr fremd.

„When we met, Lucy and Phoebe and I were in similar places in our lives and our musical endeavors, but also had similar attitudes toward music that engendered an immediate affinity“, erklärt Julien Baker. „Lucy and Phoebe are incredibly gifted performers, and I am a fan of their art outside of being their friends, but they are also both very wise, discerning and kind people whom I look up to in character as much as in talent.“ Weil die drei Musikerinnen sich so gut verstehen und erste gemeinsame Sessions so ergiebig waren, wurde aus einer geplanten Tour kurzerhand eine EP mit sechs Tracks.

Mit „Bite My Hand“, „Me & My Dog“ und „Stay Down“ erschienen gestern die ersten drei Titel der gleichnamigen EP „boygenius“, die am 9. November via Matador Records erscheinen soll. Aufgenommen wurden die Songs Ende Juni 2018 in den Sound City Studios in Los Angeles. Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus brachten zu den Aufnahmen jeweils einen eigenen Titel sowie einen Entwurf für einen gemeinsamen Song mit – kein Wunder also, dass die drei Vorab-Singles jeweils die persönliche Handschrift eines Bandmitglieds tragen.

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emilie zoe

the very start

Emilie Zoé hat bereits in der jüngeren Vergangenheit auf sich aufmerksam gemacht: Schon ihre erste EP "Empty" (2013) und das Debütalbum "Dead End Tape" (2016) waren voller dunkler, brüchiger, fragiler und intimer Singer/Songwriter-Miniaturen, die manchmal mit geringsten Mitteln im Kleinen große Gefühle erzeugten - und deshalb im Theater, in TV-Shows und bei Film-Soundtracks Anklang fanden.

Diesen Weg geht Zoé nun für ihr neues Album "The Very Start" weiter: Die Leadsingle "6 O'clock" setzt nur auf leise E-Gitarrenanschläge und spärliches Schlagzeug von Drummer Nicolas Pittet, während Zoé den Hörer mit ihrer warm-aufgerauten Stimme in ein stilles Liebesdrama entführt: "It's six o'clock and the sound I still hear/ Is making the present talk" heißt es zu Beginn, während der Song sich von der Strophe zum Refrain steigert und wieder zurückbewegt, bis sich am Ende eine Düsternis auf den auslaufenden Track legt: "It's six o'clock and it's the end I think/ Of when was the very start/ And soon I'll dissolve into everything/ But cosmos don't tear us apart." Dabei erinnert Zoé flüchtig an PJ Harvey - wenn auch weniger stimmlich als vom Gesamteindruck - und ähnliche Patinnen des düsteren, angefolkten Singer/Songwritertums im alternativen Rock.

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marianne faithfull

negative capability – Deluxe-Edition

Wenn Marianne Faithfull dieser Tage singt, sei da auch ein in vollen Zügen gelebtes Leben zwischen den Zeilen zu hören, sagt ihr Verehrer Nick Cave. Kein Wunder, denn die Künstlerin hat mehr erlebt, als die meisten Menschen sich überhaupt ausmalen können. Die 71jährige Britin ist jetzt in einer Phase ihres Lebens, in der auch Johnny Cash, Leonard Cohen, Frank Sinatra oder Nina Simone grandiose Werke veröffentlichten. Alles Künstler die auf ein Leben zurückblickten, dass ihnen, jenseits des Rampenlichts, auch Erfahrungen der düsteren Sorte beschert hatte. Alles Menschen, die am Boden waren, aber wieder aufgestanden sind. Eine Fähigkeit, die letztlich Größe ausmacht. Marianne Faithfull ist in ihrem Leben einige Male wieder aufgestanden. Wie so oft ging ihr eine Riege exquisiter Kollegen zur Hand, so wie die Produzenten Rob Ellis, der für seine Arbeit mit PJ Harvey bekannt wurde und Warren Ellis, dem Nick Cave Mitstreiter, der dieser Tage bei den Bad Seeds Regie führt. Zwei Könner die für die erhaben reduzierte Stimmung des neuen Albums sorgten. Beim Schreiben der Songs wurde Faithfull von Assen wie Ed Harcourt, Mark Lanegan und Nick Cave unterstützt. Aber letztlich ist es eben doch allein Marianne Faithfull die alles zusammenhält, Regie führt und dieses Album zu einem Erlebnis der besonderen Art macht.

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bubi eifach

album #4

Nach einjähriger Pause melden sich BUBI EIFACH mit neuer Single „TANZMARIE“ zurück! Das
Konzept bleibt das Gleiche. Und doch klingt vieles anders...
Immer noch roh, ungekünstelt und live eingespielt - immer noch eigensinnig, mitten ins Gesicht
und ohne Rücksicht auf den Zeitgeist.
„Päch isch schwarz u Glück isch schwär...“
Goldmarie ist alt geworden, Pechmarie gestorben. Frau Holle ist Alice im Wunderland und
Zauberland ist abgebrannt - so tönt TANZMARIE, die erste Single aus dem am 26.10.18
erscheinenden neuen Album von BUBI EIFACH.

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julia holter

aviary

Aviary ist eine epische Reise durch das, was Julia Holter als "die Kakophonie des Verstandes in einer schmelzenden Welt" bezeichnet. Am 26. Oktober erscheint via Domino das bisher atemberaubendste und umfangreichste Album der Komponistin aus Los Angeles, vollgepackt mit verblüffenden Wendungen und schillernden Instrumentalarrangements. Die Fortsetzung ihrer von Musikkritikern gefeierten Platte Have You in My Wilderness (Rolling Stone Album des Jahres 2015) geht von einer Kurzgeschichte der Schriftstellerin Etel Adnan aus namens "I found myself in an aviary full of shrieking birds“. Was sich wie ein Horrorfilm-Szenario anhört, ist gleichzeitig auch eine ziemlich gute Metapher für das Leben im Jahr 2018, mit seinem schier endlosen Sturm von politischen Skandalen, Naturkatastrophen und Stimmen, die ihre Sehnsüchte und Ressentiments in die Leere schreien.

Aviary kombiniert Holter's raffiniert theatralischen Gesang und Blade Runner-inspirierte Synthiearbeit mit einer weiten Palette von Streichern und Percussion, die sich im Laufe von fünfzehn Songs offenbart. Executive Producer war Cole MGN, Julia Holter und Kenn Gilmore waren die Produzenten. Dazu gesellten sich Corey Fogel (Percussion), Devin Hoff (Bass), Dina Maccabee (Violine, Viola, Gesang), Sarah Belle Reid (Trompete), Andrew Tholl (Violine) und Tashi Wada (Synth, Dudelsack).

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klaus johann grobe

du bist so symmetrisch

Die Schweizer Popgruppe ist seit 2012 dabei und auch auf ihrem dritten Album "Du Bist So Symmetrisch" widersetzt sich das Duo weiterhin der konventionellen Beschreibung von Musik und verwischt die Grenzen zwischen elektronischem Pop, Psychedelic und Dance Music. "Du Bist So Symmetrisch" folgt dem unvermeidlichen Weg des Vorgängeralbums "Spagat der Liebe" (Träger des Basler Pop-Preis 2016), indem sie verführerische Jazz-Fusion Club Grooves mit mutiertem Electro-Funk verbinden. Angetrieben von einem organischen, metronomischen Beat, der punktgenau auf den Synthsound abgestimmt ist, dazu melodischer, echolastiger Gesang und ein monströser funky Bass - die Musik zielt auf eine bestimmte Art von Hypnose ab. Das Album beginnt mit dem kaskadierenden Arpeggio eines sich in den Blickwinkel rückenden Synthesizers, bevor es in den ruhigen Dancefloor-Groove der ersten Single "Discogedanken" eintaucht. Während sich die Band im Club immer mehr zu Hause fühlt, zielt Klaus Johann Grobe sicherlich auf die eher tänzerisch orientierte Arena der deutschen Musik (siehe auch "Der König" oder "Von Gestern") und richtet den Metro-Puls von Klaus Dinger und das spätere Techno-Werk von Kraftwerk an biologischen Faktoren aus - wie z.B. Moos, das auf dem Großrechner wächst. Seit 2014 ist die Band ausgiebig unterwegs, u.a. mit Unknown Mortal Orchestra, The Growlers und Temples, und hat Tourneen und Festivals in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Spanien gespielt.

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bruce springsteen

springsteen on broadway – 2CD / 4LP

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floorbrothers

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tommy lobo

tommy lobo – Vinyl-Ep

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schlagschatten – 2LP+CD

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BALTHAZAR

entertainment

Aus dem kommenden neuen Studioalbum "fever" Release am 25.1.2019

john garcia (kyuss)

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m. ward

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